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	<title>Jörg Trettler aus Brasilien ...</title>
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		<title>Der Tod von Sr. Jurandir</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Jul 2008 16:56:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>joergtrettler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Tod von Sr. Jurandir In Erinnerung an den alten Mann, der unter der Stiege wohnte Als ich vor einiger Zeit in einem Buch von Jorge Amado aus dem Jahr 1937 eine Beschreibung eines heruntergekommenen Hauses in einem Viertel von &#8230; <a href="http://jorgedasilva.wordpress.com/2008/07/20/der-tod-von-sr-jurandir/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=jorgedasilva.wordpress.com&amp;blog=3573234&amp;post=62&amp;subd=jorgedasilva&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><a href="http://jorgedasilva.files.wordpress.com/2008/07/p10403351.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-65" src="http://jorgedasilva.files.wordpress.com/2008/07/p10403351.jpg?w=500" alt=""   /></a></p>
<p style="text-align:center;"><strong>Der Tod von Sr. Jurandir</strong></p>
<p style="text-align:center;">In Erinnerung an den alten Mann, der unter der Stiege wohnte</p>
<p style="text-align:justify;">Als ich vor einiger Zeit in einem Buch von Jorge Amado aus dem Jahr 1937 eine Beschreibung eines heruntergekommenen Hauses in einem Viertel von Salvador las, das als Unterkunft für die unterste Schicht der Bevölkerung diente, in dem die „Wohlhabendsten&#8220; noch das Glück hatten, in schäbigen Zimmern wohnen zu können, während die weniger Glücklichen sich mit einem Platz am Gang zufrieden geben mussten und die Erbärmlichsten in den Löchern unter der Holzstiege schliefen, gelangten diese Bilder in meiner Vorstellung noch nicht über den Bereich des Fiktiven hinaus. Zu jener Zeit wohnte ich bereits in einem Haus in Salvador, in dem sich jede Nacht ein Gast einfand, der am Gang schlief und seine Schuhe hinter der Gittertür des Stiegenaufgangs zu meiner Wohnung abstellte, damit sie ihm nicht gestohlen würden. Ab und zu bat er mich um etwas von dem Brot, das ich für das Frühstück gekauft hatte.</p>
<p style="text-align:justify;">Das Haus von Vicky in Rio de Janeiro, in dem ich jetzt wohne, liegt im oberen Bereich eines Steilhanges, den man über viele Stufen eines Weges, der sich in Serpentinenform den Hang hinauf schlängelt, bewältigen muss, bevor man zum eigentlichen Hauseingang gelangt. Das Grundstück ist ein paar Meter von der Straße zurückversetzt, wodurch der Gehtsteig vor dem Grundstück plötzlich zu einem kleinen Platz wird, der mit der vorstehenden Front des nächsten Hauses wieder zu einem schmalen Weg wird. Unter der Stiege, die im rechten Winkel zur Straße von diesem Plätzchen aus ansteigt, befindet sich &#8211; begrenzt von der Grundstücksmauer &#8211; ein kleiner Hohlraum, in dem Sr. Junrandir wohnte.</p>
<p style="text-align:justify;"><span id="more-62"></span></p>
<p style="text-align:justify;">„Weißt du eigentlich, dass unter der Stiege jemand wohnt?&#8220;, fragte mich meine Freundin eines Tages, nachdem ich bereits einige Zeit in diesem Haus gewohnt hatte. Ich antwortete „Ja, sicher!&#8220; obwohl ich mir bis dahin nur „so etwas gedacht habe&#8220; und diesem Bewohner noch nicht begegnet bin. Alles, was ich bis dahin wahrgenommen hatte, beschränkte sich auf verwunderte  Feststellungen, dass dieser Platz in immer unterschiedlicher Form von jemandem gestaltet wurde; manchmal standen Kerzen in einer der Mauerecken oder es wurde ein kleiner Altar mit Heiligenbildern und -figuren des Candomblé errichtet; manchmal hingen Kleidungsstücke zum trocknen an den Mauervorsprüngen; manchmal standen Töpfe und Gefäße mit undefinierbaren Flüssigkeiten nebeneinander gereiht; ich erinnere mich auch daran, öfter jemanden auf einem kleinen Feuer kochen gesehen zu haben. Nachts blieb der Platz immer ein wenig im Dunkeln und verursachte einen leichten Schauer, wenn man vorbeiging. Am Morgen war er oft unerklärlicherweise sauber, obwohl ihn ein Baum mit dichtem Ast- und Blätterwerk, der regelmäßig Laub abwarf, beschattete.</p>
<p style="text-align:justify;">Später sah ich öfter einen kleinen zähen alten schwarzen Mann vor seiner Schlafhöhle unter der Stiege, während er mit sich selbst &#8211; für mich &#8211; unverständliches Zeug redete. Obwohl ich fast jeden Tag vor dem Haus einige Zeit auf-den-Bus-wartend verbrachte und den „schwarzen Passagier&#8220; unseres Hauses dadurch mehrere Male begegnete, verging einige Zeit  bevor ich wirklich mit ihm ins Gespräch kam, da ich bis dahin dachte, dass er nur wirres Zeug von sich geben würde und ich ihn sowieso nicht verstehen würde. Als er mich eines Tage um die Uhrzeit bat, meinte er zu meiner Antwort,&#8220;8 Uhr&#8220;: „Ich dachte, dass es schon später sei&#8220;. Das verstand ich einwandfrei und damit begann unsere Bekanntschaft.</p>
<p style="text-align:justify;">So kam es im Laufe der Zeit dazu, dass ich Sr. Jurandir ein wenig kennen lernte. Ich erfuhr von seiner Schwester, die in der Favela Mangeira ein Haus hatte, bei der er aber nicht bleiben wollte, da er mit ihr zerstritten war. Er zog es vor, jede Nacht in seine Höhle unter der Stiege zu kommen, wo er Herr der Dinge war und auf niemanden hören musste. Er räumte seine Sachen auf, putzte, kochte, aß und schlief, wann er wollte.</p>
<p style="text-align:justify;">Jedes mal, wenn wir uns trafen, fragte er zuerst nach der Uhrzeit und dem Datum, worüber er dann immer wieder verwundert den Kopf schüttelte. Er suchte seine Uhr in seinen Hosentaschen, fand sie nach langem Kramen und sagte zu mir, nachdem er einen Blick darauf geworfen hatte: „Ich muss sie endlich reparieren lassen.&#8220; Vielleicht kommt diese Gewohnheit, sich immer nach der Zeit zu orientieren vor seiner früheren Arbeit. Er war Soldat bei der Marine. Einmal erzählte er mir, dass er die gesamte Küste Brasiliens kenne. Auf die Frage, ob er denn von der Marine nicht eine Pension bekäme, lachte er nur. Er erzählte mir, dass er trotzdem Geld habe, auf einem Bankkonto, von seiner früheren Arbeit. Als Beleg zeigte er mir ein abgegriffenes Papier mit Daten und seinem Namen. Er könne aber nicht darauf zugreifen, da er sich nicht ausweisen könne. Er habe seine Dokumente irgendwo verlegt. Er wolle aber am nächsten Tag wieder seine Schwester besuchen, um bei ihr nach seinen Dokumenten zu suchen. Ein anderes Mal klagte er von seinen Schmerzen in einem Bein. Er war in einem Spital in Behandlung, wegen Arterienverstopfung, beschwerte sich aber, dass er nicht gut behandelt würde und ihm nicht geholfen würde. Als er damit begann seine Hose aufzustülpen und den Verband abzuwickeln um mir sein Bein zu zeigen, war ich froh, dass in diesem Moment der Bus kam und ich den Anblick nicht ertragen musste.</p>
<p style="text-align:justify;">An einem Montag Vormittag fiel mir auf, dass der Holzdeckel der „Gruft&#8220; von Sr. Jurandir leicht geöffnet war. Das war nicht üblich, da die Höhle untertags immer so dicht verschlossen war, dass man gar nicht auf den Gedanken kam, dass sich unter der Stiege ein Hohlraum befand. Ich ging näher ran und sah durch den Spalt ein Stück von seiner Hose, wobei ich mir nicht sicher war, ob das Bein von Sr. Jurandir drinnen steckte oder es bloß die Hose war, die so dalag. Ich ging der Sache aber nicht näher nach, da ich nicht „stören&#8220; wollte. Am nächsten Tag fand ich die Höhle im selben Zustand vor, die Holzplatte leicht geöffnet und ein Bein war zu sehen. An diesem Tag dachte ich: „Seltsam, dass Sr. Jurandir tagsüber in seiner Höhle ist. Das hat er nie gemacht.&#8220; Gleichzeitig hatte ich aber schon einen leichten Verdacht, dass etwas nicht stimmen könnte. Trotzdem habe ich mich nicht bemerkbar machen wollen, um nachzufragen, ob alles in Ordnung ist. Beim Weggehen hatte ich jedoch den Gedanken, dass Sr. Jurandir tot sein müsse, wenn ich am nächsten Tag das Bein in derselben Lage sehen würde.  Ich sah am nächsten Tag noch einmal nach und bemerkte nun neben seinem Bein ein rotes Tuch. Das war gestern noch nicht da. Mit der Feststellung, dass sich Sr. Jurandir also bewegt haben muss, ging ich die Stiege zum Haus dennoch mit Zweifel hoch. Als mich ein Nachbar fragte, ob Vicky da wäre, da ein anderer Nachbar gesagt hätte, dass der Mann unter der Stiege tot sei, traf es mich wie ein Schlag. „Das hätte mir doch die ganze Zeit klar sein müssen!&#8220; Als ich gleich darauf den Holzvorschlag weiter öffnete und mit einer Lampe hineinleuchtete, sah ich den Körper von Sr. Jurandir; Beine und Arme aufgebläht, ein großer feuchter Fleck auf der Hose, sein Kopf bis zur Unkenntlichkeit angeschwollen, voller Sekrete.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich ging zum gegenüberliegenden Hauses. Ein Mann, der dort wohnte, dem ich bisher nur betrunken begegnet bin, bemerkte in vorwurfsvollem Ton, dass die Leiche dort schon seit Tagen liegt und zu stinken beginnen würde. Später traf ich einen anderen Nachbarn, der mir erzählte, dass ihn die Leute der schon Müllabfuhr vor Tagen darauf hingewiesen hätten, dass er den Müll falsch gelagert hätte. Er meinte, dass sie dem toten Obdachlosen in seinem Loch weniger Wichtigkeit beigemessen hätten, als dem Müll. &#8222;Wie ist es möglich, dass so viele Menschen von Tod von Sr. Jurandir wussten, niemand aber weder Vicky noch die Polizei verständigt hatte? Ratlosigkeit? Nichts-damit-zu-tun-haben-wollen? Nur ein Obdachloser?)</p>
<p style="text-align:justify;">Samstag, 2 Tage nachdem die Leiche weggebracht wurde, blieb die Höhle so wie sie verlassen wurde. Die Müllabfuhr wurde verständigt, da es sich aber in diesem Fall um einen &#8222;Sondereinsatz&#8220; handelt, dauert es länger bis sie sich der Sache annahmen. Vicky war inzwischen am IML (Gerichtsmedizinischen Institu), wo die Leiche von Sr. Jurandir hingerbracht wurde, um ihn zu indentifizieren. Sie bekam aber nur ein Foto zu sehen und erzählte, dass das Bild einen zersetzten verfallenen Körper gezeigt hat. Da bei der Leiche keine Dokumente gefunden wurden und Vicky auch nicht mehr als seinen Vornahmen kannte, blieb die Leiche anonym.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich beschloss daher &#8211; hauptsächlich aus dem Grund eventuell Dokumente unter den Sachen und Kleidungsstücken zu finden, die helfen könnten, Sr. Jurandir zu identifizieren und seine Angehörigen zu verständigen &#8211; die Höhle selbst ausräumen. Ich kaufte in einer Apotheke Handschuhe und eine Maske. Als ich die dünne Holzwand, die den Eingang zu dem Loch bedeckte beiseite schob und einen ersten Blick hinein warf, sah ich dass mehr als ein Viertel des Raumes voll gestopft war mit verschiedenen Tüten und Kleidungsstücken. In einem großen Sack befanden sich gesammelte Aluminiumdosen. Verschiedenen kleine Tüten und Taschen enthielten Kleidungsstücke. 2 weitere große Säcke waren voll mit Kinderspielzeug. Darunter befanden sich ein Autoradio und ein Kassettenrekorder. Dazwischen Scheren, Zirkel, Schuhe, Bleistifte, Kugelschreiber, &#8230; Auf den Kleidungsstücken auf denen Sr. Jurandir gelegen ist als er gestorben ist, war sein Körper dunkel und feucht abgedrückt. Vor allem sein Kopf, der auf einer Strohmatte gelegen hatte, hinterließ einen tiefen runden Eindruck mit verschiedenen Sekreten. Als ich die ersten Kleidungsstücke herauszog, wimmelte es darunter von Larven, Würmern und Kakerlaken. Danach fasste ich das Brett, das auf zwei Ziegelsteinen gelagert war, um nicht in direkten Kontakt mit dem Boden zu sein und auf dem eine dünne Schaumstoffmatratze lag am Ende an, und zog es zusammen mit all den Stofffetzen mit einem  Ruck heraus. Das Bild, das sich mir dabei bot, lies mir einen kalten Schauer den Rücken laufen: es war ein feuchtes Gewimmel von Kakerlaken und anderen Tieren in feuchter Erde, alles bewegte sich.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich suchte weiter in den Taschen der Hosen und Hemden nach Papieren, wurde aber nicht fündig. Stück für Stück warf ich in einen schwarzen Sack. Plötzlich sah ich unter verschiedenen Zetteln mit Werbung oder Heiligenbildern ein zusammengefaltetes Papier. Ich hob es auf, öffnete es, und tatsächlich; ich hatte gefunden wonach ich gesucht hatte. Es war eine Registrierung von Jurandir Teixeira Roche im Hospital Universtiário Ernesto Pedro, mit einer Referenznummer und dem Namen des behandelnden Arztes. Vielleicht hat Sr. Jurandir dort eine Adresse oder Telefonnummer von Verwandten angegeben, die jetzt von seinem Tod verständigt werden können. Damit könnte die Leiche von Sr. Jurandir im IML identifiziert werden.</p>
<p style="text-align:justify;">
<br /><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/jorgedasilva.wordpress.com/62/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/jorgedasilva.wordpress.com/62/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/jorgedasilva.wordpress.com/62/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/jorgedasilva.wordpress.com/62/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/jorgedasilva.wordpress.com/62/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/jorgedasilva.wordpress.com/62/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/jorgedasilva.wordpress.com/62/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/jorgedasilva.wordpress.com/62/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/jorgedasilva.wordpress.com/62/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/jorgedasilva.wordpress.com/62/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/jorgedasilva.wordpress.com/62/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/jorgedasilva.wordpress.com/62/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/jorgedasilva.wordpress.com/62/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/jorgedasilva.wordpress.com/62/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/jorgedasilva.wordpress.com/62/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/jorgedasilva.wordpress.com/62/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=jorgedasilva.wordpress.com&amp;blog=3573234&amp;post=62&amp;subd=jorgedasilva&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Die Landproblematik</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Jul 2008 15:27:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>joergtrettler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Land-Frage ist zentral im Konflikt um Bio-Brennstoffe, um den Preis der Nahrungsmittel und um fast alle Indigenen-Reservate und hängt auch mit der Rodung des Amazonasgebiets zusammen. In den Städten sind die Schwierigkeiten des Zuganges zu Grundstücken für Wohnungen verantwortlich &#8230; <a href="http://jorgedasilva.wordpress.com/2008/07/15/die-landproblematik/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=jorgedasilva.wordpress.com&amp;blog=3573234&amp;post=60&amp;subd=jorgedasilva&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Land-Frage ist zentral im Konflikt um Bio-Brennstoffe, um den Preis der Nahrungsmittel und um fast alle Indigenen-Reservate und hängt auch mit der Rodung des Amazonasgebiets zusammen. In den Städten sind die Schwierigkeiten des Zuganges zu Grundstücken für Wohnungen verantwortlich für die explosionsartige Entwicklung der Favelas und illegalen Siedlungen.</strong></p>
<p>Ermínia Maricato in <em>piauí</em>_21 (aus dem brasilianischen Portugiesisch von Jörg Trettler)</p>
<p>Gleich ob am Land oder in der Stadt, der Besitz von Land ist weiterhin der zentrale Punkt in der brasilianischen Gesellschaft. Im Zuge der in den 80er Jahren einsetzenden Globalisierung begann sich das Problem des Landes zu verschlimmern und tendiert dazu, auf der ganzen Welt ein explosives Thema zu werden. Mit dem Anstieg des auf dem Großgrundbesitz basierenden Agro-Business, gewannen Primärprodukte wie Eisenerz, Zellulose, Getreide, Fleisch, Benzin und Ethanol an strategischer Bedeutung auf den globalen Märken und verursachen in der heutigen Zeit die Vertreibung von Bauern aus dem ländlichen Raum in einem Maßstab, der eine Zahl von Menschen in Milliardenhöhe erreicht.</p>
<p><span id="more-60"></span></p>
<p>In der gegenwärtigen Dekade wurde aus einer mehrheitlich ländlichen Weltbevölkerung eine vorwiegend urbane. Und die armen Länder, in denen der Großteil der Bevölkerung immer noch auf dem Land lebt, sind die, in denen die Migration in die Städte am stärksten zu dieser Entwicklung beiträgt. Die Migration wird durch den Bau von Wasserkraftwerken und Staudämmen verstärkt, die auf der ganzen Welt eine Massenbewegung von von ihrem Land Vertriebenen verursacht haben. Diese Migrations- und in einigen Fällen Immigrationsbevölkerung siedelt sich &#8211; von ihrem ursprünglichen Land vertrieben und ausgeschlossen vom Zugang zu urbanisierten Grundstücken oder formellen Wohnungen &#8211; in Favelas ohne Wasser, ohne Abfluss, ohne Transportmittel, ohne Arbeit und ohne Spitäler und Schulen an. Es sind Menschen, die in einem danteesken Szenario leben, vor allem in den Metropolen Afrikas oder des pazifischen Asiens, aber auch im aufstrebenden Indien und in ganz Lateinamerika.</p>
<p>Damit ist die Frage des Landes in Brasilien, der neuntgrößten Wirtschaft der Welt, weiterhin, aber in einer neuen Form, das Zentrum des sozialen Konfliktes. Sie nährt die tiefe Ungleichheit (trotz der kürzlich beschlossenen kleinen Zuteilung von Einkünften) und die traditionelle Verbindung zwischen Eigentum, politischer und ökonomischer Macht.</p>
<p>Die Landfrage befindet sich im Zentrum des Konfliktes über Biobrennstoffe und beeinflusst daher auch den Anstieg der Nahrungsmittelpreise. Sie ist der Kern des Konfliktes um das Indigenen-Reservat <em>Raposa Serra do Sol</em> und fast aller anderen Indigenen Reservate und Quilombo-Gebieten. Sie steht in Zusammenhang mit der Rodung des Amazonasgebietes zur Ausweitung Agro-Business. In den Städten ist die Schwierigkeit des Zugangs zu regulären Grundstücken zu Wohnzwecken eine der Hauptverantwortlichen für das explosive Wachstum von Favelas und illegalen Siedlungen in den Periferien. In den 80er Jahren, als die Investitionen in soziale Wohnungen quasi Null waren, verdreifachte sich die Bevölkerung, die in Favelas lebt, im Verhältnis zur urbanen Bevölkerung im Gesamten. In der 90er Jahren verdoppelte sich dieRate. Fast 12% der Bevölkerung von São Paulo und Curitiba wohnt in Favelas. In Belo Horizonte und Porto Alegre bis zu 20%. In Rio de Janeiro 25%. In Salvador, Recife, Fortaleza, São Luiz und Belém leben mehr als 30% der Personen in Favelas. Wenn man die illegalen Wohnungen dazuzählt, befinden sich ungefähr 40% der Wohnungen von São Paulo und 50% von Rio de Janeiro in einer irregulären Situation. Die Bewohner dieser Häuser sind einer permanenten Unsicherheit ausgesetzt.</p>
<p>Wie verschiedene akademische Studien beweisen, ist die Verwirrung im System des Grundstücksregisters bemerkenswert: Grundstücksgrenzen verschieben sich und erweitern oder überlagern Grundstücke. Dieses Faktum beschränkt sich nicht auf die Grenzen von Brasilien, kann aber in der Metropole São Paulo regelmäßig beobachtet werden. Verschiedene Einträge über dasselbe Stück Land (die einige Stockwerke von Titeln über dasselbe Grundstück darstellen) verpflichten die Regierungen verschiedene Entschädigungen wegen desselben Objekts zu zahlen. Das ist zum Beispiel in den staatlichen Parks von São Paulo passiert. Grundstücke können sich von einem Ort an einen anderen verlagern. Beschwerden wegen enteigneter Grundstücke können nach Ablauf eines justiziellen Prozesses zu „Super-Entschädigungen&#8220; mit Werten, die 10fach über dem Markwert liegen, führen. Selbst nach dem staatlichen Organ zur Umsetzung der Landreform, der INCRA (Instituto Nacional de Colonizacão e Reforma Agrária) sind nur 4% des legalen Landes des Amazonasgebietes regularisiert &#8211; was jede Art von Invasionen und Betrügereien nur bestärkt.</p>
<p>Der legale Wohnungsmarkt von Brasilien bedient nur ca. 30% der Bevölkerung. Er schließt in vielen Städten sogar selbst einen Teil der Mittelklasse aus, die zwischen 5 und 7 Mindestgehältern verdient. Diese Personen, die legal angestellt sind, können illegal in Favelas von São Paulo und Rio de Janeiro wohnend gefunden werden. Ein großer Teil der urbanen Bevölkerung invadiert ohne legale Alternative Land zum Wohnen. Die Grundstücke, die den Immobilienmarkt nicht interessieren und von der Bevölkerung mit niedrigen Einkommen besetzt werden, sind genau jene Gebiete mit fragilem Ökosystem, die der Umweltgesetzgebung unterliegen. Wasserschutzgebiete, Mangrovenküsten, Dünen, Flussufer, Flussläufe, Steilhänge, Waldgebiete, die mit atlantischem Urwald bedeckt sind, sind die Regionen, die für die Mehrheit der Bevölkerung „übrig&#8220; ist. Im Süden der Metropole São Paulo zum Beispiel leben in nur zwei Natur-Reservaten Billings und Guarapiranga mehr als 1,5 Mio. Menschen. Keine der Großstädte von Brasilien (nicht einmal die Stadtregion von Curitiba) entkommt diesem Schicksal der Exklusion, Segregation und Plünderung der Umwelt.</p>
<p>Die Illegalität des städtischen Landbesitzes betrifft nicht nur die Armen. Die großen geschlossenen Siedlungen, die sich im Umland von großen Städten multiplizieren, sind illegal, da die Parzellierung von Roh-Land durch das Bundesgesetz 6766 aus dem Jahr 1979 geregelt ist und nicht durch das Gesetz, das bewachten Wohnanlagen regelt, das Gesetz 4591 aus dem Jahr 1964. Die erste und berühmteste dieser bewachten Wohnanlagen &#8211; Alphaville in São Paulo &#8211; hat einen Teil seiner Häuser auf Land des Bundes. Es leben in diesen geschlossenen Siedlungen Richter, Angestellte der Bundesministerien und Autoritäten von allen Regierungsebenen. Sie genießen privat öffentliche Grünflächen und auch Verkehrswege, die innerhalb der Mauern liegen. Um die Privatisierung von öffentlichen Eigentum in Form eines gegenüber einem Markt mit hohen Erträgen resistenten Produktes zu ermöglichen, gibt es Fälle von Landes- und Bezirkshauptmannschaften, die nicht zögern sich abzusprechen um lokale Gesetzen anzunehmen, die dem Bundesrecht widersprechen. In anderen Worten, in Übereinstimmung mit der nationalen Gewohnheit, das Recht gemäß den Bedingungen und den Interessen der Machthaber anzuwenden, eine illegale Gesetzgebung anzunehmen.</p>
<p>Es geschah nicht aus Mangel an Plänen oder Gesetzen, dass dieses regelrechte Niemandsland geschaffen wurde. Das <em>Estatuto de Terra</em> von 1964 verbindet die Landreform mit der „bestmöglichen Aufteilung des Landes&#8220; und der „sozialen Gerechtigkeit&#8220;. Es erwähnt sogar „die Verpflichtung des öffentlichen Organe: Bedingungen für den Zugang von Landarbeitern zu Landbesitz zu fördern und zu schaffen&#8220;. Das <em>Estatuto da Cidade</em> aus dem  Jahr 2001 wird als Beispiel für die ganze Welt angesehen und ist sogar Studienobjekt von Urbanisten in Holland. Es reduziert und limitiert das Recht des Privateigentums und ordnet es dem „Gemeinwohl&#8220; und dem „sozialen Interesse&#8220; unter. Die soziale Funktion des Privateigentums und das Recht auf eine Unterkunft sind in der Bundesverfassung vorgesehen, aber zwischen der Rhetorik und der Praxis liegt ein Abgrund. Es ist normal, dass die Anwendung der Gesetze in zu den Motiven, aus denen es erlassen wurde, entgegen gesetzter Weise erfolgt, d.h. in der Praxis wird die Konzentration von Privateigentum und der Ausschluss oder die Vertreibung der Armen verstärkt. Das <em>Lei de Terras</em> von 1850, das darauf abzielte, unbewohnte oder öffentliche Grundstücke an den Staat zurückzugeben, wartet noch immer darauf, konkretisiert zu werden. Über mehr als 150 Jahre lösten sich unzählige Initiativen, Dekrete, Kommissionen, Erlässe, Register und Gesetzesanhänge ab und wiederholen sich, ohne jemals umgesetzt zu werden. Während dessen werden die unbewohnten Grundstücke besetzt und bilden einen gigantesken Betrug, der seit mehr als einem Jahrhundert auf nationalem Gebiet fortschreitet und im Moment seine Grenze der Ausweitung im Amazonasgebiet erreicht hat. Die letzte Initiative, die die Legalisierungsindustrie nährt, ist die provisorische Maßnahme 422 vom März dieses Jahres. Sie setzt die Versteigerung für den Kauf von öffentlichem Grund aus. Wer einen Titel vorweisen kann oder einfach nur den Besitz des Landes (und gemäß der provisorischen Maßnahme wird die Größe auf 1500 ha ausgedehnt) und eine Legalisierung will, muss nur die geforderte Dokumentation bei der INCRA vorweisen. Es ist offensichtlich, dass kleine Landbesitzer und Uferbewohner weder diese Informationen haben noch Mittel um die Dokumente zu besorgen. Nach einer Studie des Professors Ariovaldo Umbelino von der Universität von São Paulo können auf Basis dieser provisorischen Maßnahme 60 Millionen Hektar öffentlichen Landes privatisiert werden.</p>
<p>In diesem Chaos-Szenario, in dem die Illegalität mehr die Regel als die Ausnahme darstellt, ist die Kriminalisierung des <em>Movimento dos Trabalhadores Rurais sem Terra</em> &#8211; MST von Seiten der Justiz und der Polizei, nicht zu sprechen von einem Großteil der Medien, beeindruckend. Die Reisbauern des Reservats von Roraima sind nur ein Beispiel von Tausenden, von illegaler Begründung von Großgrundbesitz in Brasilien, auf das sich jetzt das Interesse der mächtigen transnationalen Unternehmen des Agro-Business, der Erzgewinnung und der Produktion von Energie richtet. Die ideologische Konstruktion des Begriffes des Privateigentums ist so stark, dass in einer völligen Umkehrung der Rollen, Männer und Frauen, die von der Anwendung der Gesetze begünstigt werden sollten und in deren Namen sie angewendet werden, angeklagt werden, gegen sie zu verstoßen. Diejenigen, die das Objekt von so vielen ignorierten Gesetzen waren, die Vertriebenen, die Lagernden, die Opfer der Gewalt von Privatmilizen oder sogar öffentlichen Milizen, diejenigen, die nicht mehr besitzen als die Kleidung, die sie tragen und die Arbeitswerkzeuge, werden wegen Gewalt angeklagt, weil sie das Schicksal in den Favelas, des Drogenhandels, der Barracken auf den Straßen nicht hinnehmen. Sie insistieren auf ihrem Recht auf ein Stück Land dieses immensen Gebiets um etwas anzubauen, hauptsächlich Nahrungsmittel. Es ist erwähnenswert, dass die Mehrheit der Nahrungsmittel, die in Brasilien konsumiert werden, aus familiärer Landwirtschaft stammen und daher von Kleinbesitz. Im Vergleich zur Monokultur mit chemischen Düngermitteln und hohem Wasserverbrauch hat der Kleinbesitz weniger schädliche Auswirkungen. Er ist daher fundamental für den Erhalt der Bio-Diversität. Auf diese Weise entfaltet der Kleinbesitz eine wichtige Rolle in der Nachhaltigkeit der Umwelt und hält außerdem die Bevölkerung auf dem Land. Es werden jedoch wieder einmal die Armen am Zugang zu Land gehindert, während man sich gleichzeitig auf die Befreiung (oder „Befreiung&#8220;) von der Sklaverei beruft.</p>
<p>Zwischen dem Jahr 2000 und 2005 wurden 223 Bauern, Kirchenangehörige oder Anwälte in Landkonflikten ermordet. Die Kriminalität wird definitiv mit der Armut in Brasilien verbunden. Aber weil die Illegalität und die Gewalt der Mächtigen nicht das „Aussehen&#8220; eines Verbrechens hat, bleibt sie weiterhin ungestraft.</p>
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		<title>Besuch der MST-Siedlungen in Campos</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Jul 2008 14:08:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>joergtrettler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Landlosenbewegung]]></category>
		<category><![CDATA[MST Brasilien "Movimento dos Trabalhadores Rurais sem T]]></category>

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		<description><![CDATA[An der UFRJ (Universität von Rio de Janeiro) wurde in diesem Semester ein Praktikum für Studenten der Studienrichtung Assistença Social in Campos (im Norden den Bundesstaates Rio de Janeiro) angeboten, wo das Movimento dos Trabalhadores Rurais sem Terra (MST) mehrere &#8230; <a href="http://jorgedasilva.wordpress.com/2008/07/03/besuch-der-mst-siedlungen-in-campos/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=jorgedasilva.wordpress.com&amp;blog=3573234&amp;post=53&amp;subd=jorgedasilva&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://jorgedasilva.files.wordpress.com/2008/07/p1030670_edited-11.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-55" src="http://jorgedasilva.files.wordpress.com/2008/07/p1030670_edited-11.jpg?w=500" alt=""   /></a></p>
<p>An der UFRJ (Universität von Rio de Janeiro) wurde in diesem Semester ein Praktikum für Studenten der Studienrichtung Assistença Social in Campos (im Norden den Bundesstaates Rio de Janeiro) angeboten, wo das <em>Movimento dos Trabalhadores Rurais sem Terra</em> (MST) mehrere <em>asentamentos</em> (Siedlungen) und <em>acampamentos</em> (camps) hat. Am letzten Wochenende habe ich die Gruppe begleitet.</p>
<p><span id="more-53"></span></p>
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<p>Die Konzentration von Land &#8211; 10 % der Bevölkerung besitzen rund 80 % des Landes &#8211;  kennzeichnet Brasilien seit 1500. Von den Böden, die Großgrundbesitzern oder Konzernen gehören, sind etwa die Hälfte ungenutzt. Castelo Branco hat zwar während der Militärdikdatur das erste Bodenreformsgesetz, das <em>Estatuto da Terra</em>, erlassen, es wurde jedoch nie real umgesetzt und diente als bloßes strategisches Instrument.  Zu dieser Zeit wurden die ersten Landbesetzungen organisiert.</p>
<p>1984 fand das erste Treffen des MST statt, bei dem die Notwendigkeit von Landbesetzungen als ein legitimes Mittel der verarmten Landbevölkerung artikuliert wurde. Damit begann sich das MST als soziale Bewegung mit konkreten politischen Zielen auf Basis von sozialer Gerechtigkeit und menschlicher Würde zu formieren, die heute in 23 der 26 Bundesstaaten Brasiliens organisiert ist und rund 1,5 Mio landlose Familien betreut.</p>
<p>Diese brasilianische Realität zeigt sich deutlich auf der Fahrt mit dem Mikrobus der UFRJ auf der Bundesstrasse Richtung Norden; entlang der Strasse endlos weite Grundstücke, einige mit Farmhäusern und Wirtschaftsgebäuden, die meisten aber unbewirtschaftet und verwildert. Dennoch sind sie mit einem hohen Zaun abgegrenzt.</p>
<p>Wir kamen am frühen Nachmittag im <em>asentamento Dandara</em> <em>de Palmares</em> an, wo der Status der Grundstücke schon legalisiert wurde und wo sich ein Gemeinschaftszentrum des MST befindet. Er herrschte geschäftiges Treiben mit Vorbereitungen für die am Abend stattfindende <em>Festa Junina</em>.</p>
<p><a href="http://jorgedasilva.files.wordpress.com/2008/07/p1030735.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-58" src="http://jorgedasilva.files.wordpress.com/2008/07/p1030735.jpg?w=500&#038;h=334" alt="" width="500" height="334" /></a></p>
<p>Ein Teil der Gruppe der Studenten fuhr gleich weiter ins <em>acampamento Madre Kristina</em>, wo ca. 100 Familien, die in Hütten aus Stroh und Plastikplanen wohnen, auf eine Zuteilung eines eigenen Grundstückes, das sie bewirtschaften könnnen, warten. Das <em>Instituto Nacional de Colonização e Reforma Agrária</em> (INCRA), ein staatliches Organ, das für die Umsetzung der Landreform zuständig ist, handelt langsam und unzureichend. Viele Familien warten Jahrelang in den <em>acampamentos</em> bis ihnen ein Stück Land zugesprochen wird; viele geben die Hoffnung &#8211; ausgezehrt von den widrigen Bedingungen &#8211; schon vorher auf.</p>
<p><img class="aligncenter" src="http://farm4.static.flickr.com/3117/2629086026_bab95326b5.jpg?v=0" alt="Campamento des MST \" width="501" height="252" /></p>
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<p>Am Abend wurde im Gemeinschaftszentrum eine <em>Festa Junina</em> gefeiert. Das ist ein brasilianischer Brauchtum europäischen Ursprungs, bei dem drei wichtige katholische Heilige gefeiert werden, Antonius von Padua,<br />
Johannes und Petrus. Historisch gehen die <em>Festa Juninas</em> auf die heidnischen Bräuche und Feste zur Sonnenwende zurück. Dabei führten die Kinder und Jugendlichen eine &#8222;<em>quadrilha</em>&#8222;, einen Tanz, bei der die Teilnehmer traditionelle Bauernkleider tragen und eine fiktive Hochzeit inszenieren, auf. Leider sind nicht so viele Gäste wie erwartet zu dem Fest gekommen, obwohl sich die Organisatoren grosse Mühe gemacht haben.</p>
<p><a href="http://jorgedasilva.files.wordpress.com/2008/07/p1030563_edited-1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-56" src="http://jorgedasilva.files.wordpress.com/2008/07/p1030563_edited-1.jpg?w=500&#038;h=377" alt="" width="500" height="377" /></a></p>
<p>Am nächsten Tag hat uns Nilson seine <em>roça</em> (landwirtschaftliches Grundstück) gezeigt, auf der er hauptsächlich Maniok und Süsskartoffeln anbaut. Maniok wurde schon von vor der Kolonisierung durch die Europäer  von den Ureinwohnern Brasiliens zur Ernährung verwendet. Von der reichlichen Ernte hat uns Nilson einige Kilos der Erdfrüchte mitgegeben.</p>
<p><a href="http://jorgedasilva.files.wordpress.com/2008/07/p1030645_edited-1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-57" src="http://jorgedasilva.files.wordpress.com/2008/07/p1030645_edited-1.jpg?w=500&#038;h=401" alt="" width="500" height="401" /></a></p>
<p>Weitere Fotos auf: <a href="http://www.flickr.com/photos/jorgedasilva/sets/72157605926090187/">flickr</a></p>
<br /><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/jorgedasilva.wordpress.com/53/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/jorgedasilva.wordpress.com/53/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/jorgedasilva.wordpress.com/53/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/jorgedasilva.wordpress.com/53/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/jorgedasilva.wordpress.com/53/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/jorgedasilva.wordpress.com/53/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/jorgedasilva.wordpress.com/53/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/jorgedasilva.wordpress.com/53/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/jorgedasilva.wordpress.com/53/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/jorgedasilva.wordpress.com/53/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/jorgedasilva.wordpress.com/53/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/jorgedasilva.wordpress.com/53/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/jorgedasilva.wordpress.com/53/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/jorgedasilva.wordpress.com/53/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/jorgedasilva.wordpress.com/53/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/jorgedasilva.wordpress.com/53/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=jorgedasilva.wordpress.com&amp;blog=3573234&amp;post=53&amp;subd=jorgedasilva&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Roda de Capoeira Angola in Caxias mit Mestre Russo</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Jun 2008 16:15:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>joergtrettler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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<p><span id="more-43"></span></p>
<p><img class="aligncenter" src="http://farm4.static.flickr.com/3016/2600956734_148dc3153b.jpg" alt="" /></p>
<p><img class="aligncenter" src="http://farm4.static.flickr.com/3085/2600141611_12f61ce10d.jpg?v=0" alt="" /></p>
<p><img class="aligncenter" src="http://farm4.static.flickr.com/3111/2600139029_60e98cca17.jpg?v=0" alt="" /></p>
<p><img class="aligncenter" src="http://farm4.static.flickr.com/3135/2600136275_95a2bcc096.jpg?v=0" alt="" /></p>
<p><img class="aligncenter" src="http://farm4.static.flickr.com/3150/2600962990_e948edde2e.jpg?v=0" alt="" /></p>
<p><img class="aligncenter" src="http://farm4.static.flickr.com/3043/2600953588_035df80bcb.jpg?v=0" alt="" /></p>
<br /><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/jorgedasilva.wordpress.com/43/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/jorgedasilva.wordpress.com/43/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/jorgedasilva.wordpress.com/43/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/jorgedasilva.wordpress.com/43/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/jorgedasilva.wordpress.com/43/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/jorgedasilva.wordpress.com/43/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/jorgedasilva.wordpress.com/43/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/jorgedasilva.wordpress.com/43/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/jorgedasilva.wordpress.com/43/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/jorgedasilva.wordpress.com/43/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/jorgedasilva.wordpress.com/43/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/jorgedasilva.wordpress.com/43/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/jorgedasilva.wordpress.com/43/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/jorgedasilva.wordpress.com/43/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/jorgedasilva.wordpress.com/43/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/jorgedasilva.wordpress.com/43/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=jorgedasilva.wordpress.com&amp;blog=3573234&amp;post=43&amp;subd=jorgedasilva&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Auslieferung in der Favela</title>
		<link>http://jorgedasilva.wordpress.com/2008/06/17/auslieferung-in-der-favela/</link>
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		<pubDate>Tue, 17 Jun 2008 21:01:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>joergtrettler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA["rio de janeiro"]]></category>
		<category><![CDATA[brasilien]]></category>
		<category><![CDATA[favela]]></category>
		<category><![CDATA[Militär]]></category>
		<category><![CDATA[repression]]></category>

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		<description><![CDATA[Gepostet von Luiz Weis am 17.6.008 auf www.observatoriodaimprensa.com.br; aus dem brasilianischen Portugiesisch von Jörg Trettler Man nennt die Praxis der Busch-Regierung Terrorismus-Verdächtige, die von nordamerikanischen Sicherheitsdiensten verhaftet wurden, illegal in Drittstaaten zu bringen um dort auf brutale Weise verhört zu &#8230; <a href="http://jorgedasilva.wordpress.com/2008/06/17/auslieferung-in-der-favela/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=jorgedasilva.wordpress.com&amp;blog=3573234&amp;post=41&amp;subd=jorgedasilva&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gepostet von Luiz Weis am 17.6.008 auf www.observatoriodaimprensa.com.br; aus dem brasilianischen Portugiesisch von Jörg Trettler</p>
<p>Man nennt die Praxis der Busch-Regierung Terrorismus-Verdächtige, die von nordamerikanischen Sicherheitsdiensten verhaftet wurden, illegal in Drittstaaten zu bringen um dort auf brutale Weise verhört zu werden <em>rendition </em>(Auslieferung). Türkei, Pakistan, Egypten, Jordanien, Polen und Rumänien werden als einige der Länder genannt, wo die Vereinigten Staaten Folter auslagern. Gemäß einem Kolumnisten ist es so, als ob Washington Auftragskiller anstelle.</p>
<p>Unter Berücksichtung aller Umstände ist es auch das, was am Samstag in Rio de Janeiro ein Leutnant, ein Unteroffizier und ein Soldat des Bundesheeres, mit vermutlicher Mittäterschaft von anderen Kameraden &#8211; insgesamt 11 Personen &#8211; machten. Das Trio lieferte drei Bewohner des Morro da Providência im Alter von 17, 19 und 24 Jahren an traficantes (Drogenhändler) aus, die am Morro da Mineira operieren, damit sie ihnen „eine Lektion erteilen&#8220; oder ihnen „einen Schreck einjagen&#8220;. Sie wurden gefoltert und ermordet.</p>
<p><span id="more-41"></span></p>
<p>Nach den Ermittlungen nahmen die Militärangehörigen die Jugendlichen fest, als sie aus einem Taxi ausstiegen, das sie von einem Fest zurückbrachte. Sie beschwerten sich, weil sie durchsucht wurden. Der Leutnant nahm sie wegen Respektlosigkeit fest. Er brachte sie ins Quartier, das als Basis des Operation <em>Cimento Social</em> (dt.: Sozialer Zement) zur Verbesserung der Unterkünfte in Providência fungiert. Der Hauptmann der <em>Delegacia Judiciária Militar</em> des Quartiers, hielt den Fall nicht für Respektlosigkeit und ordnete an, dass die Verhafteten zurückgebracht werden sollen.</p>
<p>Hunderte Personen sahen wie die Militärangehörigen uniformiert, in einem Militärfahrzeug ankamen, um ihre Opfer den traficantes zu übergeben. Der Unteroffizier sagte zu einem von ihnen, dass er ihnen „ein Geschenk&#8220; bringe.</p>
<p>Außer der Bestialität macht einen bedenklich, dass erstens der Unteroffizier, der sich respektlos behandelt fühlte, die Jugendlichen nicht auf ein Polizeikommissariat gebracht hat; zweitens, unvergleichlich schlimmer, dass die Militärangehörigen ausreichend freundschaftliche Beziehungen zu einer kriminellen Faktion hatten, an die sich wenden konnten um sie um einen Gefallen zu bitten.</p>
<p>Das alles steht in den Tageszeitungen. Aber von den wichtigsten behandeln nur die <em>Folha</em> und vor allem der <em>Globo</em>, der am ausführlichsten über die Tragödie berichtet, den Grund der Verwicklung des Bundesheeres in ein Projekt des Landeshauptmannes Marcelo Crivella, vom PRB, genannt <em>Cimento Social</em>, unter der Leitung des Städte- und Verteidigungsministeriums.</p>
<p>Die <em>Folha</em> enthüllte, dass das <em>Comando Militar do Leste</em>, das vom Oberkommando des Militärs unterstützt wird, gegen die Beteiligung in Uniform war, um die Truppe nicht unnötigen Gefahrensituationen auszusetzen. Aber der Oberbefehlshaber, General Enzo Peri &#8222;hatte keinen Verhandlungsspielraum&#8220;.</p>
<p>Die Zeitung deckte auf, &#8222;dass die politische Entscheidung des Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva Vorrang hatte, der versprach, die Idee von Crivella, dem Verbündeten auf Bundesebene und Vorkandidaten für den Bürgermeisterposten, der mit seinem Projekt, das parallel zu den Bauprojekten des Staates (in Verbindung mit dem Planalto) oder der Stadtregierung (der Opposition) umgesetzt wurde, Bekanntheit erlangte, zu unterstützen.</p>
<p>Im <em>Globo </em>widmet der Kolumnist Merval Pereira in der heutigen Ausgabe seine Kolumne diesem Thema unter dem Titel &#8222;Politização trágica&#8220; (Tragische Politisierung). Auszüge daraus:</p>
<p>„Die politische Verwendung des Bundesheeres durch die PRB um ein Armenunterstützungs-Projekt des Kandidaten für den Bürgermeisterposten von Rio, dem Bischof Marcelo Crivella, am Morro da Providência zu unterstützen, ist der Ausgangspunkt einer Tragödie, die in der Geschichte der Konflikte des Staates mit kriminellen Gruppen mit territorialer Kontrolle vergleichbar ist mit dem Gemetzel von der Candelária oder mit dem Massaker von Vigário Geral.&#8220;</p>
<p>&#8222;Das Schwerwiegende dieser makaberen Geschichte ist die Feststellung, dass sich die verhafteten 11 Militärangehörigen, inklusive eines Offiziers, schon der herrschenden Ordnung in den Regionen von Rio, die von Drogenhändlern oder Milizen kontrolliert werden, angepasst haben und schon mit den Regeln der Illegalität gearbeitet haben.&#8220;</p>
<p>&#8222;Der rechtliche Rahmen der Handlungen des Bundesheeres müsste durch ein eigenes Gesetz definiert werden, dessen Diskussionsvorschlag der Verteidigungsminister Nelson Jobim noch für dieses Jahr angekündigt hatte, um vom Kongress bis zum Ende der Legislaturperiode angenommen zu werden. Es wäre notwendig, dass das neue Gesetz die Arbeitsszenarien des Bundesheeres definiert, die Größe der Truppen, sein spezifische Ausbildung, damit es effizienter eingesetzt wird, analysieren die Experten in dieser Angelegenheit.&#8220;</p>
<p>Inzwischen ist nichts davon im Einsatz des Heeres bei der Unterstützung des Projekts <em>Cimento Social</em> des Bischofs Crivella, der einen Betrag von 12 Millionen Reais vom Städteministerium bekam, passiert. Die BewohnerInnenvereinigung beklagten sich, dass die Kandidaten (für die Beihilfe) nach religiöser Präferenz ausgewählt wurden, das heißt, die Anhänger der Universalkirche, dem Ursprung des Bischofs Crivella, hatten Vorrang bei der Vergabe der offiziellen Gelder.&#8220;</p>
<p>&#8222;Ende Mai überraschte der Sicherheitssekretär von Rio, José Mariano Beltrame, auf eine Anfrage in einer Konferenz der <em>Comissão de Segurança da Câmara</em> (Sicherheitskommission) antwortend alle, indem er bekannt gab, dass er auch gerne wissen würde, was das Bundesheer am Morro da Providência mache, da es ihm nie mitgeteilt wurde.&#8220;</p>
<p>„Mit diesem unverantwortlichen Schema hat sich das Bundesheer dem Drogenhandel angenähert (&#8230;)&#8220;</p>
<p>Der <em>Globo</em> gab auch auf der Meinungs-Seite Raum für eine andere Achse von Barbarität, erörtert von der Professorin Elizabeth Süssekind von der Universität PUC (Rio), im Artikel &#8222;A soldo dos criminosos&#8220; (Unter Sold der Kriminellen). Auszüge daraus:</p>
<p>&#8222;Wie ist es möglich, dass 11 Militärangehörige, unter dem Kommando von drei Unteroffizieren und eines Leutnants, angeheuert von Kriminellen, ein Verbrechen wie dieses offen ausführen, indem sie <em>pisando com os coturnos</em>, die wir alle kaufen, über alle Rechtsprechung des Landes? Welche Hoheit haben sie über die Region? Mit welcher Leichtigkeit beenden sie auf feige Weise das Leben von Personen und ziehen das Bild des Bundesheeres, dem sie dienen und schulden, in den Dreck? Sind sie sich nicht bewusst, was sie machen, wo sie sind, dass sie Munition verbrauchen, dass sie die Fahrt mit einem offiziellen Fahrzeug machen? Haben sie geglaubt, dass alles so bleiben würde, sie es einfach den Opfern in die Schuhe schieben könnten, wegen Respektlosigkeit gegenüber ihrer erhabenen und unhinterfragbaren Autoritäte? Handelt es sich um eine weitere  Modalität der Herrschaft des Verbrechens über den Staat?</p>
<p>&#8222;Bewohner von Armenvierteln zählen wenig, ihre Rechte werden nicht anerkannt, man glaubt ihnen nicht, ihre Argumente werden nicht gehört, sie leben um sich zu erklären, zu versuchen zu zeigen, was sie nicht sind. Von vornherein kriminalisiert, werden sie ohne Unterschied gejagt, weil sie arm sind, schwarz sind, die Ausbildung, die ihnen gewährt wird, ist knapp und minderwertig, sie leben an Orten wo nur Arme leben. Und warum sind sie verpflichtet mit Kriminellen zusammen zu leben, ihren Befehlen zu gehorchen. Die lokale Macht wechselt sich zwischen Jugendlichen-Drogenhändlern und erwachsenen Milizangehörigen, mit regelmäßigen Beitritt von Polizisten, die Kollegen und Vorgesetzte erpressen und bedrohen, eine unakzeptierbare Stille und  Nachsicht verlangen, mit der sie immun bleiben, Herausforderer, Herren von Teilen der Stadt, die sie mithelfen zu teilen, ab.</p>
<p>Es ist schade, dass das Editorial der Zeitung &#8211; Nur 100 Wörter &#8211; nicht über das offensichtliche Geheul hinausgeht, indem es schreibt, dass diese Episode „schlimm ist, extrem schlimm&#8220; und dass die Verantwortlichen bestraft werden müssen, „sowohl unverzüglich als auch exemplarisch&#8220;. Wie es vorherzusehen war, beruft sich der <em>Globo</em> implizit auf die Theorie des „faulen Apfels&#8220;, indem er schreibt, dass es sich um einen „Einzelfall&#8220; handelt und nicht um eine grauenhafte Ansteckung einer Vereinigung, die die verfassungsmäßige Aufgabe hat, die Institutionen zu schützen.</p>
<p>Sicher, man kann die Vereinigung &#8211; die 250 Soldaten, die zum falschen Zeitpunkt am Morro da Providência eingesetzt wurden &#8211; nicht für etwas machen verantwortlich, was nicht ihre Befugnis war. Aber die Wahrheit ist, dass die Presse die Ausmaße der „grauenhaften Ansteckung&#8220; nicht kennt. Vielleicht hat die Plage des Zusammenlebens mit dem Verbrechen nur jene 11 erwischt. Hoffentlich &#8211; aber Zweifel ist legitim.</p>
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		<title>Militär beschuldigt, Jugendliche verschwinden lassen zu haben</title>
		<link>http://jorgedasilva.wordpress.com/2008/06/16/militar-beschuldigt-jugendliche-verschwinden-lassen-zu-haben/</link>
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		<pubDate>Mon, 16 Jun 2008 23:20:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>joergtrettler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA["rio de janeiro"]]></category>
		<category><![CDATA[brasilien]]></category>
		<category><![CDATA[favela]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Militär]]></category>
		<category><![CDATA[repression]]></category>

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		<description><![CDATA[Während eines Protests gegen das Miltär plündern Bewohner der Favela Morro da Providência neun Autobusse und zünden einen weiteren an Flávia Cohen, Gabriela Moreira und Zean Bravo am 15. Juni 2008 in der brasilianischen Tageszeitung O Globo; aus dem brasilianischen &#8230; <a href="http://jorgedasilva.wordpress.com/2008/06/16/militar-beschuldigt-jugendliche-verschwinden-lassen-zu-haben/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=jorgedasilva.wordpress.com&amp;blog=3573234&amp;post=37&amp;subd=jorgedasilva&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://jorgedasilva.files.wordpress.com/2008/06/16_mhg_rio_pro44.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-38" src="http://jorgedasilva.files.wordpress.com/2008/06/16_mhg_rio_pro44.jpg?w=500&#038;h=319" alt="" width="500" height="319" /></a></p>
<p><strong>Während eines Protests gegen das Miltär plündern Bewohner der Favela Morro da Providência neun Autobusse und zünden einen weiteren an</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Flávia Cohen, Gabriela Moreira und Zean Bravo am 15. Juni 2008 in der brasilianischen Tageszeitung <em>O Globo</em>; aus dem brasilianischen Portugiesisch von Jörg Trettler</p>
<p>Bewohner der Favela Morro da Providência (im Zentrum von Rio de Janeiro) zündeten als Protest gegen das Verschwinden von drei Jugendlichen, die gemäß ihren Anschuldigungen von Militärangehörigen, die die Favela besetzen, festgenommen wurden, gestern gegen 14 Uhr einen Autorbus an und plüderten 9 weitere. (Anm. d. Übersetzers: Die Besetzung des Morro da Providência vom Militiär begann am 13. Dezember 2007. Die Mission war, die Bauarbeiten zur Verbesserung der Fassaden und Dächer von 780 Häusern gemäß dem vorgestellten Projekt vom damaligen Senator Marcelo Crivella zu unterstützen. Das Projekt &#8222;Sozialer Zement&#8220; kostete 12 Millionen Reais und sah die Teilnahme der Bewohner an den Bauarbeiten vor. Die Präsenz von 200 Soldaten in der Favela verursachte allerdings Polemik unter den Bewohnern, die Konflikte zwischen den Drogenhändlern und dem Militär fürchteten.) Die Opfer kamen gestern gegen 8 Uhr von einem Fest in der Favela Morro da Mangeira zurück, als sie von den Militärs festgenommen wurden. Während des Protests wurde auch geschossen.</p>
<p><span id="more-37"></span></p>
<p>In einer schriftlichen Stellungnahme bestätigte das Militär, dass die drei Jugendlichen wegen respektlosem Verhaltens verhaftet wurden und sie zum Kommandanten der Truppe gebracht wurden, der, nachdem er sie verhört hatte, beschloss, dass sie freigelassen werden. „Nach der Freilassung hatte das Militär keinen weiteren Kontakt mit den zitierten Elementen&#8220;, steht in der Stellungnahme. Die Verschwundenen sind Welington Gonzaga Costa (19 Jahre), Marcos Paulo da Silva Correia (17 Jahre) und David Wilson Florêncio da Silva (24 Jahre). Sie befanden sich auf der Praça Américo Brum, auf dem Hügel der Favela, als sie von den Miltärs, die nach Aussagen von Bewohnern einen berauschten Eindruck machten, angehalten wurden. Die Jugendlichen sollen dann von einem Militärfahrzeug in eine Kasserne in der Umgebung gebracht und gegen Mittag von dort entfernt worden sein.</p>
<p><strong>Militärpolizei sucht in der Favela Catumbi</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Die Mutter von Wellington, Liliam Gonzaga da Costa (43 Jahre), erzählte, dass sie ihren Sohn verletzt in einem Militärquartier in Santo Cristo gesehen hat. Nach ihren Angaben schickten sie die Miltärs aufs Polizeikommissariat, um dort auf ihren Sohn zu warten.</p>
<p>Ich habe gearbeitet als ich erfahren habe, dass mein Sohn festgenommen worden ist. Ich habe nach Informationen gesucht und ihn im Militärquartier von Santo Cristo gefunden. Ich sah meinen Sohn blutüberströmt am Boden liegend . Aber sie schickten mich weg und sagten, ich solle am Polizeikommissariat auf ihn warten. Ich wartete dort und als ich wieder zurückkehrte, wurde mir gesagt, dass er in den Fluss Rio Comprido geworfen worden sei. Mein Sohn hat als Maurer gearbeitet. Das ist Feigheit &#8211; sagte Liliam, die als Service-Assistentin arbeitet.</p>
<p>Das 5. Kommando der Polícia Militar (Praça da Harmonia) begann mit der Suche nach den Jugendlichen. Es wurde ein Caveirão in die Favela Morro da Mineira (in der Favela Catumbi) geschickt, da es eine Anzeige gab, dass die Jugendlichen dort sein könnten. Das Militär besetzte den Morro da Providência wegen eines Bauprojekts des Ministeriums, das mit den Mitteln aus einem Fonds des Senators Marcelo Crivella (PRB) durchgeführt wird. Die Gemeinderätin Liliam Sá (PR), die Crivella unterstützt, sagte, dass sie von Bewohnern gebeten wurde, den Fall zu begleiten. Sie musste sich auf den Boden werfen, um von den Kugeln nicht getroffen zu werden und bat die Militärs am späten Nachmittag, dass sie die Favela  verlassen.</p>
<p>Die Bewohner beschuldigen die Miltärs, dass sie die Jugendlichen umgebracht haben &#8211; erzählte die Gemeinderätin, die in den Verhandlungen um den Rückzug der Truppen als Mediatorin auftrat. Ich rief das Miltärkommando Comando Militar do Leste an und erklärte ihnen, dass die Situation sehr schlimm sei und dass es besser wäre, wenn sich die Truppen zurückziehen würden.</p>
<p>Aufgrund des Verschwindends der drei Jugendlichen initierte eine Gruppe von Bewohnern am frühen Nachmittag eine Serie von Demonstrationen auf den Straßen in der Nähe der Favela. Zehn Autobusse wurden zerstört. Eines der Fahrzeuge wurde angezündet, während sich die Passagiere noch im Fahrzeug befanden. Zwei Polizisten des 5. Kommandos der Plícia Militar, die in der Nähe des Viadukts São Sebastião Streife fuhren, sahen Rauch aufsteigen und schafften es rechtzeitig anzukommen um die Fenster einzuschlagen und die Passagiere zu retten. Es gab keine Verletzten.</p>
<p>Die Feuerwehr brauchte ungefähr 15 Minuten um das Feuer zu löschen. Der Hauptmann der Polícia Militar Jorge Couto war einer derjenigen, die die Passagiere rettete: Es war zu Verzweifeln, die Passagiere gefangen im Autobus zu sehen. Wir schafften es rechtzeitig, die hinteren Fenster einzuschlagen und alle lebend herauszubekommen. Es waren auch Kinder und alte Menschen unter den Passagieren. Gleich danach habe ich das Polizeikommando gerufen um uns zu unterstützen.</p>
<p><strong>Miltär wirft Tränengasbomben</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Nachdem die letzten Flammen gelöscht wurden, begann am Praça Américo Brum, am Morro gelegen, eine Schießerei. Gemäß einer Bewohnerin, die sich während der Auseinandersetzung vor Ort war, erkannten einige Bewohner die Miltärs, die die Jugendlichen festgenommen hatten als das Militär auf den Platz kam wieder und begannen mit Beschimpfungen zu protestieren.</p>
<p>Die Soldaten entgegneten mit Tränengas- und Pfefferspraybomben. Einige Personen wurden von den Splittern der Bomben verletzt. Wütend warfen die Bewohner mit Steinen auf die Soldaten, die darauf mit Schüssen in die Luft antworteten. Die Schießerei dauerte ca. eine halbe Stunde. Wärend die Feuerwehr abrückte, kamen Polizisten in die, um das Militär zu unterstützen und die Demonstranten zurückzudrängen.</p>
<p>Einige Bewohner, die von der Rua Amércia (einer der Zugangsstraßen zur morro) kamen, versuchten sich während der Schießerein  verzweifelt unter dem Viadukt São Sebastião in Sicherheit zu bringen. Der Verkehr  in der gesamten Region bis zum Tunnel Santa Bárbara beeinträchtigt.</p>
<p>Die Besetzung des Morro da Providência vom Militiär begann am 13. Dezember 2007. Die Mission war, die Bauarbeiten zur Verbesserung der Fassaden und Dächer von 780 Häusern gemäß dem vorgestellten Projekt vom damaligen Senator Marcelo Crivella zu unterstützen. Das Projekt &#8222;Sozialer Zement&#8220; kostete 12 Millionen Reais und sah die Teilnahme der Bewohner an den Bauarbeiten vor. Die Präsenz von 200 Soldaten in der Favela verursachte allerdings eine Polemik unter den Bewohnern, die Konflikte zwischen den Drogenhändlern und dem Militär fürchteten.</p>
<p>Am 16. Juni in der online-Ausgabe des O Globo:</p>
<p><strong>Richter ordnet Untersuchungshaft für 11 Soldaten wegen Tod der Jugendlichen an </strong></p>
<p>RIO &#8211; Die Journalrichterin des Tribunal de Justiça ordnete heute Morgen die Untersuchungshaft der 11 Soldaten für 30 Tage an. Die Antrag wurde vom Polizeikommissar Ricardo Dominguez von der 4ª DP (Central do Brasil) gestellt, der die Beteiligung dieser Soldaten am Mord der drei Jugendlichen, die am Samstag in der Favela Morro da Providência festgenommen wurden, untersucht.</p>
<p>Den 11 Soldaten wird vorgeworfen, die drei Bewohner des Morro da Providência an traficantes (Drogenhändler) des Morro da Mineira in Catumbi, der von einer rivalisierenden Faktion von Drogenhändlern kontrolliert wird, ausgeliefert zu haben. Die Körper der drei Jugendlichen wurden an diesem Sonntag auf der Müllhalde von Gramacho in Duque de Caxias mit verschiednen Schussverletzungen gefunden. Die Eltern von Wellington Gonzaga Costa, Marcos Paulo da Silva und David Wilson Florêncio beschuldigen die Soldaten, die drei entführt und an die traficantes ausgeliefert zu haben.</p>
<p>Gemäß den Angaben des Polizeikommissars werden alle 11 Soldaten &#8211; unter ihnen ein Offizier, drei Unteroffiziere und sieben Soldaten &#8211; wegen dreifachen Mordes angeklagt. In ihren Aussagen haben sich einige der Soldaten bereits für schuldig bekannt. Nach Angaben des  Kommissars befinden sich die 11 Militärangehörigen im Comando Militar do Leste (CML) in Haft.</p>
<p><strong>Ein Bewohner bestätigt die Beteiligung der Militärangehörigen</strong></p>
<p>Ein Bewohner der Region von Mineira, der von GLOBO interviewt wurde, der aber anonym bleiben wollte, erzählte in allen Details die Aktion, in der die Militärangehörigen gestern drei Jugendliche vom<strong> </strong>Morro da Providência an traficantes der Favela Catumbi ausgeliefert haben. Nach seiner Aussage kamen ungefähr 10 uniformierte und mit Gewehren bewaffnete Soldaten, wie wenn sie im Dienst wären, auf einem der Zugänge zu Mineira in einem Lastwagen des Militärs an.</p>
<p>Gleich danach gaben die Soldaten den Befehl, dass die drei aus dem Fahrzeug aussteigen. Mindestens sechs begleiteten die Jugendlichen still bis eine Gruppe von traficantes, die schon an einem anderen der Zugänge zur Favela gewartet hatten, wo es einen ein boca-de-fumo gab. Nach Angabe des Bewohners folgten 15 Minuten Terror, der um 11 Uhr begann:</p>
<p>Der Bewohner bestätigt auch, dass einer der Burschen versuchte mit seinem Mobiltelefon einen Anruf zu tätigen, dass er aber daran von einem der traficantes gehindert wurde, der den Apparat und anderes Sachen wie eine Kette an sich nahm. Einer der Jugendlichen versuchte auch zu flüchten, aber er wurde sofort überwältigt und mit den anderen unter Schreien, dass sie sie umbringen würden auf eine Anhöhe der Favela gebracht. Gegen 11 Uhr gelangte die Anzeige zur Polizei, aber erst um 17 Uhr wurde ein Panzerfahrzeug in der Favela gesehen.<strong> </strong></p>
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		<title>Im Caveirão</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Jun 2008 18:17:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>joergtrettler</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Caveirão &#8211; Improvisation, Unsicherheit, permanente Pannen &#8211; wie funktionieren die Panzerfahrzeuge, die in den favelas (Armenvierteln) von Rio eingesetzt werden Christina Tardáguila in piauí Nr. 19; aus dem brasilianischen Portugiesisch von Jörg Trettler (Die Fotos stammen vom Hauptquartier der &#8230; <a href="http://jorgedasilva.wordpress.com/2008/06/10/im-caverao/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=jorgedasilva.wordpress.com&amp;blog=3573234&amp;post=26&amp;subd=jorgedasilva&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Im Caveirão &#8211; Improvisation, Unsicherheit, permanente Pannen &#8211; wie funktionieren die Panzerfahrzeuge, die in den </strong><strong><em>favelas</em></strong><strong> <em>(</em></strong><strong>Armenvierteln</strong><strong>) </strong><strong>von Rio</strong><strong> eingesetzt werden</strong></p>
<p>Christina Tardáguila in <em>piauí</em> Nr. 19; aus dem brasilianischen Portugiesisch von Jörg Trettler</p>
<p>(Die Fotos stammen vom Hauptquartier der Polícia Civil, das offen zugänglich schien; beim Verlassen des Geländes wurde ich jedoch von einem Beamten angehalten und auf ein Zimmer gebracht, wo ich einige Fragen  beantworten mußte.)</p>
<p><a href="http://jorgedasilva.files.wordpress.com/2008/06/p1020325.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-30" src="http://jorgedasilva.files.wordpress.com/2008/06/p1020325.jpg?w=500&#038;h=334" alt="" width="500" height="334" /></a></p>
<p>Wenn man die Tür des Panzerfahrzeuges öffnet, das die <em>Polícia Civil </em>(PC) von Rio de Janeiro verwendet, um Operationen in den <em>favelas</em> von Rio durchzuführen, gibt sie ein trockenes Knarren von sich, das von einem heiseren Knirschen gefolgt wird. Die Luft, die aus dem Fahrzeug strömt, eine Mischung von Schweiß, Staub und geronnenem Blut, dreht einem den Magen um, so heiß und feucht ist sie. Der Polizist Hamilton lässt sich vom schlechten Geruch nicht beeindrucken. „Mit der Zeit wird das dein Zuhause und du merkst es gar nicht mehr&#8220;, sagte er vor kurzem bei Tagesanbruch beim Einsteigen in den „<em>Caveirão</em>&#8222;, dem Spitznamen des Panzerfahrzeuges.</p>
<p><a class="more-link" href="http://gedenkdienstinbrasilien.wordpress.com/2008/05/15/casa-stefan-zweig/#more-17"><span id="more-26"></span></a><a class="more-link" href="http://gedenkdienstinbrasilien.wordpress.com/2008/05/15/casa-stefan-zweig/#more-17"></a></p>
<p>In Militärstiefeln, Cargo-Hose und schwarzem Hemd, auf der Brust in weiß mit der Schnauze eines Jaguars bedruckt, bat er uns, seinen Vornahmen nicht zu nennen. Bevor er uns den Innenraum des <em>Caveirãos</em> zeigte, zog er eine M-16 vom Rücken und versicherte sich, dass die 9mm-Pistole fest am rechten Fuß sitzt. Geboren in Madureira, ist Hamilton ein Untersuchungsbeamter der <em>Polícia Civil</em> und arbeitet seit fünf Jahren in der <em>Coordenadoria de Recursos Especiais &#8211; CORE</em> (Spezialeinheit der Polícia Civil). In Bereitschaftsdiensten von 24 bis 72 Stunden erfüllt der 50-jährige mittlerer Größe, mit kurz geschnittenen graumelierten Haaren und dichtem Bart eine Schlüsselfunktion in der Polizei: er ist <em>Caveirão-</em>Fahrer.</p>
<p><a href="http://jorgedasilva.files.wordpress.com/2008/06/p1020331.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-31" src="http://jorgedasilva.files.wordpress.com/2008/06/p1020331.jpg?w=500&#038;h=334" alt="" width="500" height="334" /></a></p>
<p>Im Inneren offenbart sich die 3 m hohe und 5 m breite schwarze Kiste kompakter als erwartet. Vor einem Amaturenbrett, das dem eines gewöhnlichen Autos nicht unähnlich ist, befinden sich zwei Sitze mit Überzügen aus synthetischem Leder und der Schaltknüppel. Am Dach zieht ein neues Funkgerät mit unzähligen Knöpfchen die Aufmerksamkeit auf  sich. „Das ist das Erbe des Pan&#8220;, erklärt Hamilton. Zwischen den beiden Seitentüren erlaubt ein weiter und hoher Raum den  Polizisten stehend Platz zu finden, ohne das Dach zu berühren. Es ist der Schießstand, von wo aus man durch kleine Luken in alle Richtungen schießen kann. Weiter hinten, senkrecht zur Seitentür, eine kurze Sitzbank, in der Mitte fixiert, mit 8 Sitzplätzen, vier in Richtung der linken Seite und vier in Richtung der rechten. Den Boden bedeckt eine metallene Antirutsch-Platte, in den Wänden befinden sich mehr als 20 Luken, durch die die Polizisten die Läufe ihrer Waffen durchstecken und schießen. Die Fenster sind kleine Rechtecke aus schusssicherem Glas. Die Windschutzscheibe wird von einer Stahlblatte geschützt, die außer 90 % des Blickwinkels des Fahrers einzuschränken, das Licht im Wagen um die Hälfte verringert. Dunkel und ohne Frischluftzirkulation ist der Raum klaustrophobisch.</p>
<p>Hamilton öffnet das Verdeck, das den Motor schützt und prüft mit einem Messstab den Ölstand. Er vergleicht mit dem Daumen den Wasserstand im Radiator und schließt zufrieden den Verschluss. Er machte es sich auf dem Fahrersitz bequem, drehte den Schlüssen um und stieg aufs Gaspedal. Die Lichter im Inneren blinkten und das Knirschen des Wagens verwandelte das Gespräch in Schreierei. Das Funkgerät wurde eingeschaltet und ein Zeiger am Amaturenbrett zeigte an, dass der Tank voll ist. Die Inspizierung, die Hamilton auf eigene Verantwortung vollzog, um sicherzugehen, dass der <em>Caveirão</em> einsatzbereit ist, schloss er mit einem Rundgang um<em> </em>das Fahrzeug ab. Er stellte ein Problem fest: der rechte Hinterreifen war schlaff. „Wenn das Fahrzeug lange steht, setzt sich das Gel, das die Panzerung garantiert, ab und lässt den Reifen so&#8220;; brummt er, während er den Stummel der dritten Zigarette des Tages wegwirft.</p>
<p>Um sechs Uhr morgens kommen 11 Polizisten mit schusssicheren Westen, Gewehren und Pistolen aus der Dunkelheit und steigen in das Panzerfahrzeug ein. Einmal drinnen, beginnen einige zu  keuchen und alle zu schwitzen. Hamilton spricht ins Funkgerät des <em>Caveirão</em>: „Guten Morgen, Kollegen. Wir beginnen mit der Mission 380.&#8220;</p>
<p>Der <em>Caveirão</em> fährt vor vier ungepanzerten Fahrzeugen auf die Straße. Die Sirene gehorcht Hamiltons Kommando nicht und er lässt einige kleinere Fahrzeuge überholen. Bei der ersten roten Ampel bremste der <em>Caveirão</em> und der Wagen, der direkt hinter ihm fuhr, wurde überrascht. Außer dem schlaffen Reifen und dem Ausfall der Sirene stellte der Fahrer fest, dass der <em>Caveirão</em> ein Problem mit den Bremslichtern hat. Das auf der linken Seite war durchgebrannt.</p>
<p><a href="http://jorgedasilva.files.wordpress.com/2008/06/p1020328.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-32" src="http://jorgedasilva.files.wordpress.com/2008/06/p1020328.jpg?w=500&#038;h=334" alt="" width="500" height="334" /></a></p>
<p>Der Einsatz des ersten <em>Caveirão</em> im Jahr 2002 &#8211; dessen offizieller Name <em>Veículo Blindado de Transporte de Pessoal &#8211; VBTP</em> (Gepanzertes Personentransportfahrzeug) ist &#8211; markierte die neue Qualität der Polizeirepression in den Armenvierteln von Rio. Seit diesem Zeitpunkt erhöhte sich die Kriminalitätsrate im Bundesstaat stetig. Gemäß der <em>Secretaria de Segurança</em> (staatliches Sicherheitsorgan) gab es zwischen Jänner und November des vergangenen Jahres 290.000 Diebstähle und Raubüberfälle und 1.250 Tote bei Konfrontationen mit der Polizei. Es wurde auch die Anzahl der <em>VBTPs</em> erhöht. Es gibt heute 12 davon in der Stadt, 10 gehören der <em>Polícia Militar</em> (bundesstaatliche Ordnungsorgane) und 2 der <em>Polícia Civil</em>. Gekauft von der Regierung von Anthony Garotinho, sollten die <em>Caveirões </em>Ergebnis von drei Faktoren sein. Erstens, die geografische und soziale Konfigurierung der <em>favelas</em>, mit Abhängen und engen Gässchen. Überbevölkert und von schwierigem Zugang, erleichtern die <em>morros</em> (Armenviertel auf Berghängen) die Angriffe auf die Polizei und die Flucht von Kriminellen. Zweitens, der Besitz von Waffen der <em>traficantes </em>(Drogenhändler), die auch über schweres Gerät verfügen, wodurch sie Einsatzfahrten der Ordnungskräfte verhinderten. Und schließlich, die Existenz von organisierten Gruppen von Kriminellen, eine davon seit mehr als 30 Jahre &#8211; das <em>Comando Vermelho </em> (Rotes Kommando; von politischen Gefangenen während der Diktatur gegründet) -, die bedeutende Teile der armen Zonen kontrollieren.</p>
<p>Die Vorgänger des <em>Caveirão</em> waren die <em>Paladinos</em> und <em>Brucutus</em>, die vom <em>Batalhão de Choque</em> (Anti-&#8230;einheit) der PM bei den Studenten-Demonstrationen in den 60er Jahren im Einsatz waren. Mit dem Ziel die Demonstanten zu zerstreuen, richteten sie sich mit einem Wasserstrahl gegen die Menge. Der <em>Caveirão</em> hingegen erlaubt auch Schüsse aus dem Inneren des Fahrzeuges, sein Ziel ist es aber, Polizisten schnell und sicher zum Einsatzort zu transportieren. Er eröffnet auch den Weg für Kollegen, die zu Fuß oder ungepanzert unterwegs sind und garantiert die Rückendeckung des Rests der Gruppe.</p>
<p>An einem diskreteren Tisch eines Restaurants im Zentrum von Rio sitzend, verrät Rodrigo Pimental, Ex-Kapitän des <em>Batalhão de Operações Policiais Especiais</em> &#8211; <em>Bope</em> (Sonderkommando der Polizei) der PM, dass die <em>Caveirões</em> eine späte Antwort auf ein Foto sind, das 1988 in den Zeitungen erschienen war. Es zeigt den <em>traficante</em> Ednaldo de Souza, auf einer Ebene der Rocinha, mit einer AK-47 in der Hand. „Bis zu diesem Foto von Naldo war der Kampf zwischen Polizisten und <em>traficantes</em> von gleich zu gleich&#8220;, sagte Pimental, der von der PM wegen seiner öffentlichen Kritik an den Kommandanten der Vereinigung hinausgeworfen wurde. „Beide Seiten verwendeten Revolver und Pistolen, die eine Distanz von 30 m erreichten. Mit der AK-47 trafen die <em>traficantes</em> Polizisten in einer Entfernung von 300 m.&#8220;</p>
<p><a href="http://jorgedasilva.files.wordpress.com/2008/06/p1020337.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-34" src="http://jorgedasilva.files.wordpress.com/2008/06/p1020337.jpg?w=500&#038;h=747" alt="" width="500" height="747" /></a></p>
<p>Als einer der Drehbuchautoren des Films „<em>Tropa de Elite</em>&#8222;, schätzte er die <em>Caveirões</em> als überholt ein. „Die Panzerfahrzeuge blieben hinten, während die Waffen und das Know-how der <em>traficantes</em> fortschritten&#8220;, sagte er. Er sieht vorher, dass in kurzer Zeit die <em>traficantes</em> Granatenwerfer-Raketen, RPGs, aus russischer Produktion verwenden werden: „Die <em>Polícia Civil</em> hat schon mindestens zehn davon gefunden.</p>
<p>Indiz der vom Ex-Kapitän angedeuteten Verschiebung ist ein 50-seitiges Manuskript, das im April 2005 in der <em>favela</em> Fazendinha, im Complexo do Alemão von der Polizei gefunden wurde. Der Text gibt Anleitungen für den Kampf gegen die Polizei und dafür, wie man einen <em>Caveirão</em> angreift und zerstört. Das Dokument enthielt auch ein detailliertes Bild, das die angenommenen Schwachstellen der <em>VBTPs</em> kennzeichnete.</p>
<p>In einem Schuppen mit einer ovalen Kuppel in einer Vorstadt von Rio sagte David Sampaio, ein Ex-Unteroffizier, der an der Herstellung von drei der 12 Panzerfahrzeuge teilnahm, lachend, dass man einen <em>Caveirão</em> aus 15 Schichten ballistischen Stahls macht. „15 Schichten mit vom Militär zertifizierter Panzerung, um Gewehrschüssen des Kalibers 7.62 standzuhalten. &#8222;Bei der Produktion werden die Platten zuerst zugeschnitten und von speziellen Maschinen gehärtet, bevor sie auf normale Fahrgestelle von Ford montiert werden. Es kommt nicht von ungefähr, dass die <em>Caveirões</em> mit ihren gepanzerten Reifen und dem Extra-Schutz des Motors und der Kurbelswelle, die für den Einsatz in den 752 <em>favelas </em>von Rio gebaut werden, den  Panzerfahrzeugen, die auf den asphaltierten Straßen von Rio Geld transportieren sehr ähnlich sind.</p>
<p>David Sampaio ist Berater der Firma, die für das Service der <em>Caveirões</em> der <em>Polícia Civil</em> zuständig ist. Er sagt, dass es ihm kalt über den Rücken läuft, wenn er im Fernsehen mit ansehen muss, wie die Panzerfahrzeuge Mauern und Barrikaden mit den Stoßdämpfern niederfahren: „Das Fahrzeug ist fragil, es wurde nicht für so etwas gebaut.&#8220;</p>
<p>Nach zwei Anrufen und einer Nachschau im Labtop stellt Sampaio fest, dass das Panzerfahrzeug Nr. 1 sechs Mal im vergangenen Jahr in seine Werkstatt musste. Und dass die Nr. 2, die der Organisation im August 2007 geliefert wurde, drei Reparaturen in weniger als sechs Monaten benötigte. Keine der Reparaturen, hebt er hervor, dauerte weniger als drei Tage oder kostete weniger als 2.000 Reis, der Preis um ein einziges zerbrochenes Glas zu ersetzen. „Der <em>Caveirão</em> ist nicht dafür gedacht, 5 Stunden lang <em>morros</em> hinauf und hinunter zu fahren&#8220;, erklärt Sampaio. „Er wiegt 8 Tonnen, zehn mal soviel wie ein Käfer und &#8211; in dieser Weise im Einsatz &#8211; bricht im Extremfall die Kuppelung, bricht die Aufhängung oder er läuft heiß.&#8220;</p>
<p>Es war halb zehn am Morgen und der Thermometer zeigte 27 Grad an, als Hamilton im Hof der <em>Polícia Civil</em> den Rückwärtsgang einlegte und den <em>Caveirão</em> Nr. 1 auf seinem Platz parkte. Die erste Operation des Tages wurde am Morro do Dendê gegen eine Truppe ausgeführt, die Anabolika verkaufte und führte zur Verhaftung von 12 Verdächtigen und erlangte beträchtliches Aufsehen in den Medien. Triefend von Schweiß war er der letzte der aus dem Panzerfahrzeug ausstieg. Bleich, bat er um Wasser und erklärte: „Die Klimaanlage ging ein und die Temperatur im Wagen stieg auf über 50 Grad.&#8220;</p>
<p>Während er mit der Hand über die noch warme Karosserie des <em>Caveirão</em> streicht, erzählt Hamilton die Geschichte von einigen der 20 Geschossspuren am Fahrzeug. Die meisten davon, ein silberner Kreis auf dem Kotflügel über dem rechten Vorderrat, stammen nicht aus seiner Schicht. „Das wird das Ergebnis eines Gewehrs sein, das in weiter Entfernung abgefeuert worden ist, oder einer Pistole, von ziemlich nahe&#8220;, mutmaßt er. Auf der Höhe des Verdecks ist ein verrosteter Kreis Indiz für ein abgeleitetes Geschoss, dass die Windschutzscheibe hätte treffen sollen. Niedergeschlagen kommentiert Hamilton: „Den ersten Schuss ins Gesicht vergisst ein Polizeibeamter nie.&#8220;</p>
<p>Die sichtbareren Spuren befinden sich auf der Seite des Fahrers. Es sind mehr als 10 Vertiefungen, von ca. 1 cm Durchmesser, die vom linken Reifen bis zum Fenster reichen. „Vor mehr als einem Jahr hat ein Verrückter im Complexo do Alemão fast im selben Zeitpunkt, als unsere Männer ausstiegen, eine Handgranate geworfen&#8220;, sagte der Polizist. „Die Granate schlug am Boden auf und explodierte gegen diese Platte. Die Splitter verletzten einen Kollegen. Das Fahrzeug hielt stand, aber es schwankte wie ein Schiff auf hoher See.&#8220; Indem er auf die Geschossspuren in der Nähe des Rückspiegels zeigt, schließt er die Erzählungen ab: „Diese hier passierten im dem Monat, in dem ich auf Urlaub war. Sie werden auch von Gewehren sein. Von Personen, die in das Gesicht des Fahrers schauten.&#8220;</p>
<p>15 Minuten später erhielt Hamilton die Nachricht, dass es an diesem Tag eine zweite Operation geben würde. Der <em>Caveirão</em> sollte bereit sein um auf den Morro do Borel in Tijuca hinaufzufahren; zu Mittag. Der Untersuchungsbeamte entschuldigte sich und machte eine zweite Revision des Panzerfahrzeugs. Bevor er abfuhr, hielt er seine schwarze Mütze unters Wasser, setzte sie sich auf den Kopf und erklärte: „Das wird meine Klimaanlage während der Zeit sein, die es dauert.&#8220;</p>
<p><a href="http://jorgedasilva.files.wordpress.com/2008/06/p1020335.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-35" src="http://jorgedasilva.files.wordpress.com/2008/06/p1020335.jpg?w=500&#038;h=334" alt="" width="500" height="334" /></a></p>
<p>Im vergangenen Mai hatte eines der Panzerfahrzeuge Probleme mit der Bremse in der <em>favela</em> Chatuba im Comlexo do Alemão. Mit blockierten Rädern konnte es nicht abgeschleppt werden und blieb 7 Stunden unter feindlichem Beschuss bis es von vier anderen Panzerfahrzeugen in eine sicherere Zone geschoben werden konnte. Zwei Monate später in der <em>favela</em> Jacarezinho hatte ein anderer <em>Caveirão</em> aufgeschlitzte Hinterreifen und ein von einer Kugel durchlöchertes Licht. Beschossen von zwei Granaten musste er von einem Kran zurück in die Kaserne gebracht werden.</p>
<p>„Am 5. November war das Panorama noch schlimmer&#8220;, sagte Oberstleutnant Alberto Pinheiro Neto, der Kommandant des <em>Bope</em>, während er auf seinem Labtop die Fotos suchte, die sein Team an diesem Tag geschossen hatten. Sie zeigten die Befreiung eines der vier <em>Caveirões</em>, die in Folge Pannen hatten, unter Kreuzfeuer, im Complexo da Penha. „Normalerweise, wenn die Panzerfahrzeuge der <em>Polícia Civil</em> Pannen haben, sind es die vom <em>Bope</em>, die die sie befreien&#8220;, betont er. „Wenn das Fahrzeug, das eine Panne hat, eines der unseren ist, ist die Situation schwierig, ab nicht unlösbar. Aber wenn es die vier Fahrzeuge des <em>Bope </em>sind, die stehen bleiben, wird es ein Drama.&#8220;</p>
<p>Um die Wiederholung von Pannen in Folge zu vermeiden, ernannte die <em>Bope </em>ein Team, das aus vier Männern besteht &#8211; ein Spezialist in Hydraulik, ein Elektriker, ein Mechaniker und ein Ersatzfahrer sollen allen <em>Caveirões</em> folgen. Das Ziel der Gruppe ist dem Panzerfahrzeug Hilfe zu leisten. Eine Art von mobilem baby-sitter. Im vergangenen Jahr betrug die Zahl der Stunden von Operationen, bei denen mindestens ein Panzerfahrzeug eingesetzt wurde, 2.200, was pro Caveirão einen Durchschnitt von 6 Stunden an jedem Tag im Jahr ergibt. Von allen Operationen musste das Hilfsteam nicht ein einziges Mal aktiv werden.</p>
<p>In der Garage des <em>Bope </em>erfinden 10 Männer alle möglichen Improvisationen um den <em>Caveirão </em>in Stand zu halten. Unter dem Kommando des Leutnants Wolney de Paula, einem Mitlied der <em>tropa de elite</em> (Elitetruppe) seit seiner Gründung im Jahr 1978, entdeckten sie, dass die Scheinwerfer der Panzerfahrzeugen, die vier Mal im Monat gewechselt werden mussten, denen der alten <em>Brasilias </em>identisch sind und dass die Rückspiegel, die immer bei den Schießereien zu Bruch gehen, von denen von Mikro-Autobussen ersetzt werden können.</p>
<p>„Ein Original-Scheinwerfer würde 100 Reais kosten&#8220;, sagte De Paula. „Einer von <em>Brasília </em>kostete neu 6. Der Rückspiegel würde 600 Reais kosten. Der eines Mikro-Autobusses 25.&#8220; Mit diesen und anderen improvisierten Hilfsmitteln verlängern der Leutnant und seine Mechaniker das Leben des <em>Caveirões</em>. Aber wie einer der Hersteller des Fahrzeuges sagte, „sie werden zu gepanzerte Flickdecken&#8220;.</p>
<p>Es regnete leicht als Hamilton von dem 5-stündigen Überfall auf die Morros do Borel und da Formiga zurückkehrte. Seine Gruppe hatte einen verdächtigten Räuber festgenommen und zwei gestohlenen Autos zurückerlangt. „Das Auto ist dort am Hügel fast eingegangen&#8220;, erzählte der Untersuchungsbeamte. Bei der Beschleunigung in einem Gässchen, stieg der Temperaturanzeiger in den roten Bereich und löste den Alarm aus. Hamilton stellte den Motor ab, öffnete die Tür und schaute &#8211; eskortiert von neun Männern &#8211; unter der Motorhaube nach, was los war. „Der Verschluss des Radiators war so heiß, dass ich in der <em>favela</em> von Haus zu Haus wandern musste, um eine Flasche mit Wasser zu bekommen um sie über den Radiator zu schütten.&#8220; Die Reparatur wurde unter sporadischen Wutanfällen vollbracht und dauerte 15 Minuten. Hamilton sagte, dass es nur in dem Moment stressig wurde, als er sich wieder auf den Fahrersitz setzen wollte und bemerkte, dass er die kugelsichere Weste im Wagen vergessen hatte.</p>
<p>Um halb acht am Abend nach einer kalten Dusche klingelte das Handy von Hamilton und er antwortete gleich. Es könnte seine Frau sein, mit der er seit 26 Jahren verheiratet ist oder eine der zwei Töchter. Aber nein. Es war jemand, der wissen wollte, ob der <em>Caveirão </em>noch einen Einsatz fahren könne. „Schau, ich bin nicht fähig zu arbeiten&#8220;, antwortete der Polizist. Nach den Instruktionen, die vom anderen Ende der Leitung kamen, stieg er auf die Stoßstange und steckte seinen Kopf unter die Motorhaube. Mit der Kuppe den Fingerspitzen, die wieder vom Schmierfett schmutzig wurden, bestätigte er, dass sich der Riemen locker war. Bei der Rückkehr in den Bereitschaftsraum, wo er mindestens weitere 10 Stunden bleiben wird, bevor er seinen Dienst beendet, öffnete er das Ereignisbuch und notierte: „Panzerfahrzeug Nr. 1 erhitzt bei der Operation. Klimaanlage funktioniert nicht. Der Riemen scheint sich gelöst zu haben.&#8220; Er vergaß die Sirene, den schlappen Reifen und das Bremslicht. Nach einer weiteren Zigarette suchte er sich einen Platz und wurde vom Schlaf überwältigt.</p>
<p><a href="http://jorgedasilva.files.wordpress.com/2008/06/p1020334.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-36" src="http://jorgedasilva.files.wordpress.com/2008/06/p1020334.jpg?w=500&#038;h=334" alt="" width="500" height="334" /></a></p>
<p>Roberto Sá, der subsecretario estadual de Planejamento (Unter-Staatsekretär für Planung), glaubt, dass die <em>Caveirões</em> auch wenn sie defekt sind, essentiell sind, um Kriminelle zu bekämpfen. Gemäß den Daten der <em>Secretaria de Segurança,</em> hat der Einsatz der Fahrzeuge die Sterblichkeitsrate der Polizisten bei Einsätzen pro Jahr verringert. 2004 fielen 44 der PM, während im folgenden Jahr die Zahl nicht über 20 stieg. „Es ist kurios, dass sich niemand über den Arzt beschwert, der chirurgische Handschuhe anzieht um sich zu schützen, und einen Polizisten kritisieren, der im <em>Caveirão</em> fährt&#8220;, sagte Sá. Beides sind Arbeitsgeräte, die die Gesundheit, das Wohlergehen und das Leben sichern.</p>
<p>Im vergangenen Jahr machte sich eine Kommission geleitet von Roberto Sá auf die Suche nach Alternativen für die <em>Caveirões</em>. Im Hauptgebäude der Plasan Sasa, der Firma des Kibutz desselben Namens, lernte das brasilianische Komitee den <em>Sandcat</em> kennen, ein Panzerfahrzeug, das dafür entwickelt wurde, die Verteidigungsmächte Israels, die IDFs durch den Gaza-Streifen zu fahren. „Es war ein modernes Fahrzeug, aber leicht, nur für 8 Männer&#8220;, erinnert sich Sá. „Er ist viel leichter zu steuern und hat eine optionale Anti-Feuer Ausrüstung, eine Art von Feuerlöscher damit ein Reifen, der Feuer gefangen hat, nicht das gesamte Fahrzeug in Brand setzt. Nach dem <em>Subsecretario </em>wäre der <em>Sandcat</em> eine gute Option für Rio, wenn er nicht 400.000 Dollar kosten würde, fast dreimal soviel wie ein neuer <em>Caveirão</em>. Für den Kommandanten Pinheiro Neta war die Reise vergebens. Sie diente bloß zur Bestätigung dessen, was er ohnehin schon wusste: die Konflikte zwischen Polizei und <em>traficantes</em> in Rio sind brutaler als diejenigen, die sich in Kriegszonen ereignen. „Ein italienischer Lastwagen, der ein Jahr im Irak im Einsatz war und in der Firma für ein Service gebracht wurde, hatte nur vier Geschossspuren in der Karosserie&#8220;, sagte er. „Einmal kam einer unserer Panzerfahrzeuge mit nicht weniger als 4.000 Schüssen in die Werkstatt.&#8220;</p>
<p>Eine zweite Kommission von Behörden analysierte das Panzerfahrzeug <em>Tigre</em> der <em>Gorkovsky Avtomobilny Zavod</em>, einer russischen Firma, die seit 80 Jahre VBTPs produziert. Außer dem hohen Preis (400.000 Dollar) wurde das Panzerfahrzeug, das in den Konfrontationen mit chechenischen Terroristen eingesetzt wurde, als nicht ausreichend angesehen. Es ist fähig, Geschossen von Gewehren mit einem Kaliber von 7.62 mit 39mm Durchmesser standzuhalten, während sich in Rio Waffen mit 7.62 und 51mm Durchmesser verbreiten. Zum Labtop zurückgekehrt, zeigt der Kommandant des <em>Bope </em>ein Video des Fahrzeuges, das er ideal für seine Truppe hällt: den Süd-Afrikanischen RG32M. Das Panzerfahrzeug ist enger und höher als der <em>Caveirão</em>, hat einen Antiminenschutz und durchfährt schneidig Wüsten, Sümpfe und Flüsse. Er kostet eine Million Dollar.</p>
<p>Im Dezember eröffnete die <em>Secretaria de Seguranca</em> ein internationales Ausschreiben für den Kauf von 8 VBTPs. Die Regierung hielt die israelischen, russischen und süd-afrikanischen Vorschläge für leistbar. Aber es präsentierte sich nur eine einzige Firma, die brasilianische Reifasa. Der Vorschlag von ihr wurde von den Technikern mit dem Argument zurückgewiesen, dass die Reifasa zuvor nie Panzerfahrzeuge produziert hatte und die Installationen der Firma für die Produktion von 8 <em>Caveirões</em> in der von der Ausschreibung vorgesehenen Frist nicht geeignet sei.</p>
<p>Anfang März wurde eine dritte Kommission mit 12 Autoritäten der Sicherheit von Rio nach Haiti geschickt. Sie sahen in Porto Príncipe die Manöver der Friedenstruppen der UNO, die vom brasilianischen Heer koordiniert wurden und kehrten mit der Überzeugung zurück, dass in der Stadt mehr Panzerfahrzeuge zum Einsatz kommen sollten. „Der Idealfall wäre, diese Blazers, die durch die Stadt fahren, durch Mini-<em>Caveirões</em> zu ersetzen&#8220;, sagte der Abgeordnete Ricardo Oliveira, Chef von Hamilton, der die Kommission leitete. Nach seinen Angaben existiert bereits ein Prototyp in der Testphase im technologischen Zentrum des Militärs.</p>
<p>Als der Präsident Luiz Inácio Lula da Silva am 7. März symbolisch die Baustelle des <em>Programms der Beschleunigung des Wachstums</em> eröffnete, wurden Fallschirmspringer, Infanteristen der Marine und Schafschützen der Elite eingesetzt um ihn zu schützen. Am selben Tag zeigte das Titelblatt der Zeitung <em>O Globo</em> das Foto eines <em>Caveirãos</em> in der Cidade de Deus mit  einem von einer selbst gebauten Bombe zerstörten Reifen. Im Internet erreichte der Funk-Clip <em>Caçador de Caveirão</em> (Jäger des <em>Caveiãos)</em> des unbekannten MC Bocão die Zahl von 367.000 Besuchern. Seine Verse lauten folgendermaßen:</p>
<address>Caveirão tentou brotar<br />
</address>
<address>Foi rajada a noite inteira</address>
<address>Foi para no ferro-velho</address>
<address>Caveirão virou peneira.</address>
<address>Na favela a bala come.</address>
<address>Nós pode até morrer</address>
<address>mais vai como sueito homem.</address>
<address>Fuzil, lança-granada,</address>
<address>bota a chapa pra ferver.</address>
<address>Se o Caveirão tentar,</address>
<address>Muita bala vai comer!</address>
<address>Caçador de Caveirão,</address>
<address>Caçador de Caveirão</address>
<address>Se brotar lá na Mangueira,</address>
<address>você vai ficar no chão!</address>
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		<title>Ausflug nach Petrópolis</title>
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		<pubDate>Sat, 17 May 2008 16:45:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>joergtrettler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Petrópolis liegt ca. 1 1/2 Stunden von Rio de Janeiro entfernt in den Bergen. Die von Bananenstauden und Orchideen gesäumte Straße schlängelt sich die grünen Hügel hinauf, während in der Ferne die ersten von Wolken verschleierten Bergkuppen erscheinen. Von einem &#8230; <a href="http://jorgedasilva.wordpress.com/2008/05/17/ausflug-nach-petropolis/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=jorgedasilva.wordpress.com&amp;blog=3573234&amp;post=16&amp;subd=jorgedasilva&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Petrópolis liegt ca. 1 1/2 Stunden von Rio de Janeiro entfernt in den Bergen. Die von Bananenstauden und Orchideen gesäumte Straße schlängelt sich die grünen Hügel hinauf, während in der Ferne die ersten von Wolken verschleierten Bergkuppen erscheinen. Von einem Aussichtspunkt kann man einen Blick ins Tal über die letzten Ausläufer der Favelas von Rio schweifen lassen. Die 1825 von deutschsprachigen, insbesondere Tiroler Einwanderern gegründete Stadt wurde später zur Sommerresidenz von Kaiser Pedro II., dem es in Rio de Janeiro zu heiß wurde. Petrópolis war immer ein angenehmer Rückzugsort für Menschen mit Geld. Es begann mit dem Hofstaat, der der Kaiserfamilie folgte und sich in den Straßen um den Kaiserpalast niederließ. Vom Ende des 19. Jahrhunderts an kamen die Kaffeebarone dazu. Heute sind es die oberen Zehntausend von Rio, die hier ihre Wochenendhäuser haben. Menschen wie jener Bankier, der ein Herrenhaus am Stadtrand von Petrópolis bewohnt und täglich per Helikopter 15 Minuten nach Rio ins Büro fliegt. Gleichzeitig schreitet auch hier der Wachstum der Favelas in rasender Geschwindigkeit voran. 1941 bezog Stefan Zweig hier zusammen mit seiner Frau Lotte ein Haus in der Rua Gonçalves Días.</p>
<p><a href="http://jorgedasilva.files.wordpress.com/2008/05/p1000657.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-17" src="http://jorgedasilva.files.wordpress.com/2008/05/p1000657.jpg?w=500&#038;h=281" alt="" width="500" height="281" /></a></p>
<p><span id="more-16"></span></p>
<p>In diesem Haus wird ein Museum und Kulturzentrum entstehen, woran ich als Gedenkdiener mitarbeite. (siehe <a href="http://gedenkdienstinbrasilien.wordpress.com/2008/05/15/casa-stefan-zweig/">Casa Stefan Zweig</a>). Das Haus steht seit einigen Jahren leer und wirkt im aktuellen Zustand heruntergekommen und ein wenig düster. Es drängt sich die Frage auf, wieso Stefan Zweig, der in Salzburg noch in einem Schloss wohnte, einen solchen bescheidenen Wohnsitz für sich und seine Frau ausgesucht hat, obwohl er sich auch mehr Luxus hätte leisten können.</p>
<p><a href="http://jorgedasilva.files.wordpress.com/2008/05/p1000665.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-18" src="http://jorgedasilva.files.wordpress.com/2008/05/p1000665.jpg?w=500&#038;h=332" alt="" width="500" height="332" /></a></p>
<p>Der eigentliche Zweck der Reise nach Petrópolis war der Besuch einer Schule. Im April des vergangenen Jahres wurde in der Favela Quitandinha eine staatliche Schule gebaut, die den Namen Stefan Zweigs trägt: Escola Municipal Stefan Zweig.</p>
<p><a href="http://jorgedasilva.files.wordpress.com/2008/05/p1000652.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-19" src="http://jorgedasilva.files.wordpress.com/2008/05/p1000652.jpg?w=500&#038;h=332" alt="" width="500" height="332" /></a></p>
<p>Einer meiner Aufgaben als Gedenkdiener ist, eine Schulpartnerschaft zwischen der Schule in Petrópolis und einer Schule in Endingen (Deutschland), die sich ebenfalls Stefan Zweig Schule nennt, zu initiieren. Kristina Michahelles vom Verein Casa Stefan Zweig, Johannes Kretschmer von der Universität in Petrópolis, die mich bei diesem Besuch begleiteten und ich wurden von der Direktorin durch die Schule geführt und den Lehrern und Schülern vorgestellt.</p>
<p><a href="http://jorgedasilva.files.wordpress.com/2008/05/p1000650.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-20" src="http://jorgedasilva.files.wordpress.com/2008/05/p1000650.jpg?w=500&#038;h=332" alt="" width="500" height="332" /></a></p>
<p>Auf den Gängen hängen Fotos von Stefan Zweig und Arbeiten von Schülern über den Schriftsteller, die Klassenräume tragen den Namen von Personen aus dem Umfeld von ihm. In der Schule gibt es einen Informatikraum mit 25 Computern und Internetanschluss; der Haken an der Geschichte ist nur, dass dieser Informatikraum nicht der Schule, sondern der Stadt, die die Schule bauen ließ, gehört. Dadurch haben die Schüler bzw. Lehrer keinen freien Zugang zu diesem Raum und müssen oft auf freie Plätze warten, da der Raum auch von externen Personen genutzt wird.</p>
<p><a href="http://jorgedasilva.files.wordpress.com/2008/05/p1000646.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-21" src="http://jorgedasilva.files.wordpress.com/2008/05/p1000646.jpg?w=500&#038;h=281" alt="" width="500" height="281" /></a></p>
<p>Die Frage, die ich mir bei dieser Schule allerdings gestellt habe, ist die, welche Bedeutung Stefan Zweig in Leben dieser Kinder haben kann, die aus prekärsten Lebensverhältnissen kommen und für die das Essen, das in der Schule zu Mittag ausgegeben wird, oft die einzige richtige Mahlzeit am Tag ist. Stefan Zweig, als bürgerlicher, weißer, europäischer Schriftsteller, der in seinem Buch <em>Brasilien &#8211; Land der Zukunft</em> noch die Favelas, die er dazumals besucht hat, idealisierend beschrieben hat und vom romantischen Leben in den Negerhütten geschrieben hat.</p>
<p>Eine Beispiel im Kleinen für die vielen Paradoxien im Großen, die dieses Land Brasilien ausmachen &#8230;</p>
<br /><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/jorgedasilva.wordpress.com/16/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/jorgedasilva.wordpress.com/16/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/jorgedasilva.wordpress.com/16/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/jorgedasilva.wordpress.com/16/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/jorgedasilva.wordpress.com/16/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/jorgedasilva.wordpress.com/16/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/jorgedasilva.wordpress.com/16/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/jorgedasilva.wordpress.com/16/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/jorgedasilva.wordpress.com/16/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/jorgedasilva.wordpress.com/16/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/jorgedasilva.wordpress.com/16/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/jorgedasilva.wordpress.com/16/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/jorgedasilva.wordpress.com/16/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/jorgedasilva.wordpress.com/16/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/jorgedasilva.wordpress.com/16/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/jorgedasilva.wordpress.com/16/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=jorgedasilva.wordpress.com&amp;blog=3573234&amp;post=16&amp;subd=jorgedasilva&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Begrüßung und Motto</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Apr 2008 19:26:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>joergtrettler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Leute, das ist der Beginn meines (schon lange versprochenen) Blogs mit Nachrichten aus Brasilien. Ich möchte hier vom Leben in Rio de Janeiro berichten, Euch meine Eindrücke von diesem Land mitteilen und von meinen Reisen erzählen aber auch umfassendere &#8230; <a href="http://jorgedasilva.wordpress.com/2008/04/28/begrusung-und-motto/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=jorgedasilva.wordpress.com&amp;blog=3573234&amp;post=3&amp;subd=jorgedasilva&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Leute,</p>
<p>das ist der Beginn meines (schon lange versprochenen) Blogs mit Nachrichten aus Brasilien. Ich möchte hier vom Leben in Rio de Janeiro berichten, Euch meine Eindrücke von diesem Land mitteilen und von meinen Reisen erzählen aber auch umfassendere Artikel schreiben über verschiedene Themen, die mich in der brasilianischen Geschichte, sozialen Realität, Kultur und Politik besonders interessieren.  Der Blog soll aber nicht eine reine Plattform zur (Selbst-)Darstellung sein, sondern viel mehr ein Medium zum Austausch von Information, zur Diskussion und zum In-Kontakt-bleiben. Informationen über meine Arbeit als Gedenkdiener bei der Casa Stefan Zweig könnt Ihr unter <a title="Casa Stefan Zweig-Blog" href="http://gedenkdienstinbrasilien.wordpress.com/" target="_blank">http://gedenkdienstinbrasilien.wordpress.com/</a> nachlesen.</p>
<br /><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/jorgedasilva.wordpress.com/3/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/jorgedasilva.wordpress.com/3/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/jorgedasilva.wordpress.com/3/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/jorgedasilva.wordpress.com/3/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/jorgedasilva.wordpress.com/3/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/jorgedasilva.wordpress.com/3/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/jorgedasilva.wordpress.com/3/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/jorgedasilva.wordpress.com/3/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/jorgedasilva.wordpress.com/3/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/jorgedasilva.wordpress.com/3/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/jorgedasilva.wordpress.com/3/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/jorgedasilva.wordpress.com/3/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/jorgedasilva.wordpress.com/3/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/jorgedasilva.wordpress.com/3/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/jorgedasilva.wordpress.com/3/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/jorgedasilva.wordpress.com/3/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=jorgedasilva.wordpress.com&amp;blog=3573234&amp;post=3&amp;subd=jorgedasilva&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>São Jorge</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Apr 2008 19:14:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>joergtrettler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[brasilien]]></category>
		<category><![CDATA[Petrópolis]]></category>

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		<description><![CDATA[Geschichte meines brasilianischen Namens und der Prozession von São Jorge Wenn ich von BrasilianerInnen nach meinem Namen gefragt werde, ist die Reaktion auf &#8222;Jörg&#8220; meistens ein ungläubig &#8211; überraschtes &#8222;Que???&#8220; (dt. Wie?). Die Kommentare reichen dann von Vergleichen mit Björk &#8230; <a href="http://jorgedasilva.wordpress.com/2008/04/28/sao-jorge/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=jorgedasilva.wordpress.com&amp;blog=3573234&amp;post=12&amp;subd=jorgedasilva&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Geschichte meines brasilianischen Namens und der Prozession von São Jorge<br />
</strong></p>
<p>Wenn ich von BrasilianerInnen nach meinem Namen gefragt werde, ist die Reaktion auf &#8222;Jörg&#8220; meistens ein ungläubig &#8211; überraschtes &#8222;Que???&#8220; (dt. Wie?). Die Kommentare reichen dann von Vergleichen mit Björk oder (New) York bis hin zu Geräuschen, die ein bestimmter Gott im Candomblé bei einer Zeremonie macht. Um mir die langwierigen sprachpädagogischen Versuche, meinen Namen richtig auszusprechen, zu ersparen, habe ich mir einen portugiesischen Namen zugelegt: Jorge. Wenn ich mich als &#8222;Jorge&#8220; vorstelle, ist die Reaktion darauf allerdings ein nicht weniger ungläubig &#8211; überraschtes &#8222;Que???&#8220;, da Jorge ein traditioneller brasilianischer Name ist und man mir natürlich ansieht, dass ich kein (typischer) Brasilianer bin. Jorge wird in Deutsch mit Georg übersetzt; der stammt zumindest aus derselben Namensfamilie, wie Jörg. Das ist also die Vorgeschichte, die auch noch eine Vor-vorgeschichte hat, wie ich heute zur Prozession von São Jorge gekommen bin.</p>
<p style="text-align:center;"><a href="http://jorgedasilva.files.wordpress.com/2008/04/p1000591.jpg"><img class="aligncenter" src="http://jorgedasilva.files.wordpress.com/2008/04/p1000591.jpg?w=300&#038;h=199" alt="\" width="300" height="199" /></a></p>
<p><span id="more-12"></span></p>
<p>São Jorge ist in Brasilien ein sehr verehrter Heiliger, dem im Bundesstaat Rio de Janeiro sogar ein ganzer Feiertag (der 23. April) gewidmet ist und der auch von verschiedenen afro-brasilianischen Religionen, in denen er u.a. mit Ogum identifiziert wird, gefeiert wird. In den verschiedenen religiösen Traditionen, die von versklavten Afrikanern nach Brasilien gebracht wurden (wie Candomblé, Umbanda oder Macumba), werden afrikanische Götter unter christlichen  Namen verehrt (Synkretismus), da die afrikanischen Religionen von der katholischen Kirche verboten waren und auch heute noch weniger als geduldet sind. Bei der Prozession, an der ich heute teilgenommen habe, führten die in den Farben des Heiligen, Rot und Weiß, gekleideten Gläubigen eine Statue von São Jorge auf dem Pferd betend und singend durch die Straßen. Viele trugen auch ein Blatt ein Pflanze, die im Candomblé eine besondere Bedeutung hat.</p>
<p style="text-align:center;"><a href="http://jorgedasilva.files.wordpress.com/2008/04/p1000589.jpg"><img class="aligncenter" src="http://jorgedasilva.files.wordpress.com/2008/04/p1000589.jpg?w=300&#038;h=199" alt="São George O Santo Guerreiro" width="300" height="199" /></a></p>
<p>Zur Vor-vorgeschichte: Als ich genau vor einem Jahr auch in Brasilien war, kam ich am 23. April in Rio de Janeiro an. An diesem Tag gab es am Strand von Copacabana ein großes Konzert mit Musikern, die den Namen &#8222;Jorge&#8220; trugen, wie Jorge Bem, Seu Jorge und noch einige. Bei diesem Konzert habe ich Silvana, meine jetzige Freundin, kennengelernt.</p>
<p>São Jorge oder Ogum passen also gut auf mich auf.</p>
<br /><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/jorgedasilva.wordpress.com/12/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/jorgedasilva.wordpress.com/12/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/jorgedasilva.wordpress.com/12/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/jorgedasilva.wordpress.com/12/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/jorgedasilva.wordpress.com/12/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/jorgedasilva.wordpress.com/12/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/jorgedasilva.wordpress.com/12/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/jorgedasilva.wordpress.com/12/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/jorgedasilva.wordpress.com/12/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/jorgedasilva.wordpress.com/12/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/jorgedasilva.wordpress.com/12/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/jorgedasilva.wordpress.com/12/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/jorgedasilva.wordpress.com/12/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/jorgedasilva.wordpress.com/12/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/jorgedasilva.wordpress.com/12/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/jorgedasilva.wordpress.com/12/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=jorgedasilva.wordpress.com&amp;blog=3573234&amp;post=12&amp;subd=jorgedasilva&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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