Liebe Leute,
das ist der Beginn meines (schon lange versprochenen) Blogs mit Nachrichten aus Brasilien. Ich möchte hier vom Leben in Rio de Janeiro berichten, Euch meine Eindrücke von diesem Land mitteilen und von meinen Reisen erzählen aber auch umfassendere Artikel schreiben über verschiedene Themen, die mich in der brasilianischen Geschichte, sozialen Realität, Kultur und Politik besonders interessieren. Der Blog soll aber nicht eine reine Plattform zur (Selbst-)Darstellung sein, sondern viel mehr ein Medium zum Austausch von Information, zur Diskussion und zum In-Kontakt-bleiben. Informationen über meine Arbeit als Gedenkdiener bei der Casa Stefan Zweig könnt Ihr unter http://gedenkdienstinbrasilien.wordpress.com/ nachlesen.
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Geschichte meines brasilianischen Namens und der Prozession von São Jorge
Wenn ich von BrasilianerInnen nach meinem Namen gefragt werde, ist die Reaktion auf „Jörg“ meistens ein ungläubig – überraschtes „Que???“ (dt. Wie?). Die Kommentare reichen dann von Vergleichen mit Björk oder (New) York bis hin zu Geräuschen, die ein bestimmter Gott im Candomblé bei einer Zeremonie macht. Um mir die langwierigen sprachpädagogischen Versuche, meinen Namen richtig auszusprechen, zu ersparen, habe ich mir einen portugiesischen Namen zugelegt: Jorge. Wenn ich mich als „Jorge“ vorstelle, ist die Reaktion darauf allerdings ein nicht weniger ungläubig – überraschtes „Que???“, da Jorge ein traditioneller brasilianischer Name ist und man mir natürlich ansieht, dass ich kein (typischer) Brasilianer bin. Jorge wird in Deutsch mit Georg übersetzt; der stammt zumindest aus derselben Namensfamilie, wie Jörg. Das ist also die Vorgeschichte, die auch noch eine Vor-vorgeschichte hat, wie ich heute zur Prozession von São Jorge gekommen bin.

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Die mit dichtem atlantischen Regenwald bewachsene Ilha Grande liegt 2 Stunden von Rio de Janeiro und 20 km von der Künste entfernt inmitten eines Archipels von Hunderten kleinen Inseln. Es gibt viele kleine Fischerdörfer, große Privatgrundstücke mit Strandsuiten usw. und ein größeres Dorf, Vila do Abraão, wo die Touristen mit der Fähre vom Festland ankommen. Der Großteil der Insel ist jedoch unbewohnt und Naturschutzgebiet und auf einigen Urwaldpfaden, die teilweise noch von entflohenen Sklaven geschaffen wurden und zu ihren im Wald versteckten Quilombos (schwarze Dorfgemeinschaften) führten, erkundbar. Zur Zeit des Sklavenhandels diente die Insel dazu, die Überlebenden der von der monatelangen Überfahrt geschwächten versklavten Schwarzafrikaner wieder halbwegs aufzupäppeln um sie gewinnbringender zu verkaufen.
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